Eine häufige Frage ist, weshalb sich überhaupt Beschlag in Scheinwerfern bildet. Die Antwort findet sich in der Physik. Nur warme Luft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und damit auch abtransportieren. Bei kühlem oder kaltem Wetter schlägt sich die unweigerlich vorhandene Feuchtigkeit an Flächen nieder. Wir kennen das von Autoscheiben. Erst wenn die Heizung genügend warme Luft liefert, kann diese die kondensierte Feuchtigkeit – den Beschlag – aufnehmen und wegblasen. Genauso ist es im Scheinwerfer, nur dass dort kein Gebläse zur Defrostung vorhanden ist. Zumeist sorgt die Abwärme von Lampen oder der Elektronik dafür, dass der Beschlag verschwindet. Es dauert nur länger als bei der Windschutzscheibe. Und wenn gar keine Wärme im Scheinwerfer entsteht, kann sich der unschöne Effekt tagelang halten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Scheinwerfer nur selten Licht abgibt, weil Tagfahrleuchten in einem getrennten Gehäuse sitzen.

Tipp 1: Mit vollem Licht fahren

Dagegen hilft eine einfache Maßnahme: Nicht nur mit Tagfahrlicht, sondern mit vollem Abblendlicht fahren. In der dunklen Jahreszeit ist das ohnehin sehr oft angebracht. Im Nebeneffekt wird es im Scheinwerfergehäuse warm und der Beschlag verschwindet mit der Zeit von selbst. Meistens jedenfalls.

Tipp 2: Austrocknen mit dem Föhn

Wenn das Fahren mit Licht auch nach einer längeren Strecke keinen Erfolg bringt, kann man dem Scheinwerfer beim Austrocknen helfen. Eine der Maßnahmen ist die Abnahme des Deckels, der den Scheinwerfer zum Motorraum hin verschließt. Dazu dienen dieselben Handgriffe, die zur Vorbereitung des Wechsels einer Scheinwerferlampe nötig sind. Dabei entsteht praktisch kurzzeitig eine große Belüftungsöffnung. Die sorgt in der Regel für ein zügiges Austrocknen, vor allem wenn der Motor noch warm ist. Wem es nicht schnell genug geht, kann mit einem normalen Haarföhn nachhelfen. Aber bitte nicht zu nah herangehen! Durch Ausbau der Scheinwerferlampe lässt sich ein zusätzlicher Kanal für die Warmluft schaffen. An dieser Stelle ergibt sich nebenbei eine gute Gelegenheit, die Lampe vorsorglich auszuwechseln. Sehr zu empfehlen ist dabei der paarweise Austausch. Dann hat der Autobesitzer lange Ruhe vor durchbrennenden Lampen.

Tipp 3: Vorsicht bei der Wäsche

Wer häufig beschlagene Scheinwerfer hat, macht möglicherweise etwas falsch. Das kann beispielsweise der Umgang mit einer Hochdruckreinigung, beispielsweise einem Kärcher, sein. Der harte Strahl darf nie direkt auf die Belüftungsöffnungen des Scheinwerfers gerichtet werden. Es sitzen welche an Ober- und Unterseite, vom Motorraum aus gesehen. Also besondere Vorsicht bei der Motorwäsche! Ohnehin sollte beim Hochdruckreinigen ein Mindestabstand von 30 Zentimeter eingehalten werden. Kritisch kann es werden, wenn das Wasser Reinigungsmittel enthält. Diese können im Gegensatz zu reiner Feuchtigkeit bleibende Beläge in den Lichtsystemen hinterlassen. Auch kalkhaltiges Leitungswasser können solche Probleme verursachen.

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