Eigentlich sollten sich Scheinwerfer nicht von allein verstellen. Das Licht und seine Verteilung haben sich ohne Eingriffe oder Arbeiten daran nicht zu verändern. Die Betonung darf auf „eigentlich“ liegen. In der Praxis kann da durchaus etwas passieren. Die wichtigsten Gründe dafür sind:

  1. Teile sind gebrochen. Das Innenleben der Scheinwerfer ist nur über feine Gelenke und den Einstellschrauben mit dem Gehäuse und damit der Karosserie verbunden. Diese Teile sind heute überwiegend aus Kunststoff. Der kann im Laufe der Zeit brüchig werden und dann genügt schon wenig Kraft, um etwas brechen zu lassen. Selbst Erschütterungen auf der Fahrt reichen manchmal aus. Das eindeutige Zeichen ist dann flatterndes Licht.
  2. Schäden an der Abschlussscheibe. Darauf beruhende Probleme treten besonders bei älteren Scheinwerfern auf, die noch Streuscheiben Also solche Glasteile, die an einigen Stellen geriffelt sind. Bei dieser Technik trägt die Scheibe zur Erzeugung der Lichtverteilung bei. Bei den neueren, klaren Abschlussscheiben und in Linsenscheinwerfern entsteht sie auf andere Weise. Sprünge in Streuscheiben oder auch viele kleine Krater durch Steinschläge beeinträchtigen die Lichtverteilung. Die zur Verhinderung von Blendung sehr wichtige Hell-Dunkel-Grenz verschwimmt. So etwas passiert leider auch bei den neueren, klaren Kunststoffscheiben, wenn sie trüb geworden sind.
  3. Die Leuchtweitenregulierung spinnt. Eigentlich sollte sie nur dann etwas am Scheinwerfer bewegen, wenn jemand im Cockpit am Einstellrädchen oder -knopf dreht. Bei automatischen Systemen, wie sie Xenonlicht hat, geschieht es, wenn das Auto beladen wird. Doch leider verselbstständigen sich Leuchtweitenregelungen schon mal. Wegen schlechter Kontakte können Motoren das Licht ständig auf und ab fahren lassen. Oder die Lichtverteilung geht in eine Extremposition, meist ganz tief. Ein paarmal am Regler drehen hilft manchmal oder ihn auf eine andere als die normale Stufe stellen. Beides ist keine Dauerlösung und bringt schlechtes Licht mit sich. Wie in den anderen genannten Fällen ist zumindest ein Check in der Werkstatt fällig.
  4. Unabsichtlich tiefer gestellt. Das hat ebenfalls mit der Leuchtweitenregulierung zu tun. Gar nicht selten verstellen Autofahrer eine manuelle Version unabsichtlich. Die Verwechselung mit dem Regler der Instrumentenbeleuchtung ist leicht. Auch beim Putzen im Cockpit kann es leicht passieren. In beiden Fällen wird die Reichweite des Abblendlichts dramatisch kürzer.
  5. Verschlissene Lampen. Im Laufe der Zeit dehnt sich eine Glühwendel Dann liegt sie nicht mehr an der für die Lichterteilung idealen Stelle im Brennpunk. Auf den wurde aber der Scheinwerfer ursprünglich eingestellt. Bei Markenlampen wie denen von Osram ist dieser Effekt so klein, dass er praktisch nicht ins Gewicht fällt. Anders sieht es bei fragwürdigen No-Name-Produkten aus. Generell verhindert der Austausch von alten Lampen noch vor dem endgültigen Durchbrennen negativen Effekte.

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