Der Schaden, den Hagelkörner an Teilen des Autolichts anrichten, zeigt sich in aller Regel in gesprungenen Kunststoffscheiben. Bei älteren Autos können auch mal die Abschlussscheiben aus Glas, die so genannten Streuscheiben, betroffen sein. Beim Stichwort Glas kommen wir zur guten Nachricht: Die meisten Schäden an Scheinwerfern und Leuchten sind in Deutschland bei Teilkasko von der Glasbruchversicherung gedeckt. Es macht keinen Unterschied, ob „echtes“ Glas im Spiel ist oder solches aus Polykarbonat und anderen Kunststoffen. Das gilt übrigens nicht nur für Hagelschäden.

Schaden begrenzen

In den meisten Fällen wird die Versicherung das komplette Teil ersetzen, also Scheinwerfer oder Rückleuchte. Abschlussscheiben lassen sich schließlich nur noch selten einzeln austauschen. Dennoch ist es eine gute Idee, Löcher oder Risse provisorisch abzudichten. Manchmal werden nämlich Innereien von Scheinwerfern in einem neuen Gehäuse weiterverwendet. Das gilt beispielsweise für Projektionsmodule von Linsenscheinwerfern oder den Motoren für Leuchtweitenregelung und Kurvenlicht. Auch Steuergeräte fallen darunter. Damit diese Teile nicht durch eindringendes Wasser oder Schmutz unbrauchbar werden, ist die genannte Abdichtung wichtig. Die Versicherungen nennen es „Pflicht zur Schadensminderung“ und mindern die Zahlung möglicherweise, wenn dagegen verstoßen wurde.

Wie abdichten?

Doch wie bekommt man ein Loch oder einen Sprung dicht? Klebeband ist da hilfreich. Sehr gut ist Isolierband, da wasserfest. Transparenter Klebefilm („Tesa“) tut es kurzfristig auch. Beides ist aber unterwegs nicht unbedingt zur Hand. Aber vielleicht Kaugummi! Das funktioniert sogar besser, als ein Dichtmittel, das in jedem Auto vorhanden sein sollte: Das Heftpflaster aus dem Erste-Hilfe-Kit. Letzteres fällt auch in die Kategorie Notlösung.

Ungewöhnlich: Nur Lampenausfall

Eine andere Sorte Hagelschaden lässt sich sogar komplett mit Bordmitteln reparieren, jedenfalls wenn man Ersatzlampen an Bord hat. Es gibt Ausfälle von Glühlampen durch starke Erschütterungen. Bei einem Unwetter in Süddeutschland trat der Effekt vielfach auf. Hagelkörner der Größe von Golfbällen trafen, von Sturmböen verstärkt, mit solcher Wucht auf, dass die dumpfen Einschläge Glühwendeln reißen ließen.

Wer bei einem Hagelunwetter nur diesen Schaden erleidet, hat eigentlich Glück gehabt. Lampen lassen sich einfach ersetzen. Neue Lampen haben noch dazu den Nebeneffekt, dass die entsprechende Lichtfunktion lange Ruhe geben wird. Vor allem, wenn unser Rat befolgt wird und der Ersatz paarweise erfolgt. Also beispielsweise, wenn frische Lampen in beide Bremsleuchten kommen. Sonst fällt ja die ältere Lampe womöglich bald danach aus – auch ohne Hagelschläge.

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