Lampe durchgebrannt; schnell mal wechseln – So beginnt manche Tragödie am Auto. Nach ein paar Jahren oder überhaupt lassen sich nämlich Teile gar nicht so einfach lösen oder ausbauen. Zu viel Kraft oder eine falsche Handhabung hinterlassen dann Schäden, die womöglich nur mit großem – sprich: teurem – Aufwand zu beseitigen sind.

Sockel

Es gibt viele Gründe, warum eine Lampe bombenfest in der Fassung sitzt. Oft ist Korrosion schuld. Vor allem ältere Signallampen mit Messingsockeln neigen dazu. Das Produktprogramm von Osram ist übrigens frei von solchen. Vorschnelles Drehen am Glaskörper lässt diesen dann gern brechen, was sowohl blutige Finger, als auch weitere Schwierigkeiten beim Entfernen der Rest-Lampe mit sich bringt. Der Versuchung, Rostlöser anzuwenden, muss man tunlichst widerstehen. Dieses aggressive Zeug tut Teilen der Beleuchtung nicht gut. Vor allem können Reflektoren davon blind werden. Kurz gesagt: Eher zählt Gefühl für die richtige Menge Kraft beim Drehen oder Ziehen.

Kabel

Das Gleiche gilt für Stecker und Kabel. Hier ist besonders Vorsicht an Halogenlampen gefragt. Ihre Anschlüsse sollen relativ stramm sitzen, was einen guten Kontakt und geringe Übergangswiderstände sicherstellt. Letztere würden ja die Betriebsspannung senken und das Licht verschlechtern. Wer an einer noch eingebauten Lampen die Zuleitung stürmisch abziehen will, verbiegt schnell die Halteklammern, mit denen H1, H4 und H7 zumeist im Scheinwerfer arretiert sind. Schon das ist dann schwer zu beheben; noch schlimmer geht es aus, wenn etwas abbricht. Profis lösen stets zuerst die Befestigung und nehmen die Lampe samt noch daran angesteckter Zuleitung heraus. Danach ist der Stecker übrigens auch besser zugänglich und die Trennung vom Lampensockel fällt wesentlich leichter. Aber Vorsicht, Handschuhe und Schutzbrille tragen! Gerade wenn es etwas mehr Kraft für das Abziehen braucht, kann eine Lampe platzen.

Einstellschrauben

Es ist stets eine gute Idee, die Scheinwerfer nach einem Lampenwechsel einstellen zu lassen. Doch was ist, wenn die dafür vorgesehenen Schrauben festsitzen? Wieder kann Korrosion schuld sein, also wenn die Dinger aus Metall sind. Hier hilft dann tatsächlich ein Tropfen – und bitte nicht mehr – Rostlöser. Die oft schon verbauten Kunststoffgewinde mögen eher Teflonspray, und auch das sparsam. Geduld nach der Behandlung zahlt sich aus. Die Mittel brauchen zumindest ein paar Minuten, um in die Tiefen der Gewindegänge vorzudringen. Sehr wichtig ist bei Arbeiten an den Einstellschrauben das richtige Werkzeug. Auto- und Scheinwerferhersteller sorgen absichtlich dafür, dass kein normaler Schraubenzieher genügt. Schließlich soll niemand ohne Einstellgerät und Fachkenntnisse an den Schrauben drehen. Mit dem falschen Werkzeug sind Schrauben schnell rund gedreht.

Abdeckungen

Im Motorraum sitzen Lampen und andere Teile der Scheinwerfer unter Abdeckungen. In der Regel werden sie durch Drehen (in die vorgesehene Richtung!) oder Lösen von Rasten entfernt. Schnell bricht dabei etwas, und das vor allem bei Kälte. Dann sind Kunststoffe nämlich spröder und das wiederum besonders bei ohnehin schon älteren Teilen. Anwärmen ist eine gute Idee, sei es über die ohnehin vorhandene Abstrahlung des Motors oder mit Hilfe eines Föhns.

Motoren

Vertrackt sind Stellmotoren, die sich nicht bewegen wollen. Besonders ärgerlich ist das bei jenen der Leuchtweiteregelung, wenn es in der Hauptuntersuchung bei Tüv &Co auffällt. Betroffen sein können aber auch welche im Schwenkmechanismus für Kurvenlicht. Manchmal, und wiederum nach Kälte oder Hitze, erledigt sich das Problem von allein wieder. Ein Blick in die Sicherungskästen lohnt sich zudem. Denn die Sicherung für die betroffene Funktion kann ja durchgebrannt sein. In den leider häufigeren Fällen ist jedoch die Werkstatt gefragt.

Shutter

Ein glücklicherweise seltenes Phänomen ist eine festsitzende Blende in Xenonscheinwerfern mit Linsen. Dieser so genannte Shutter wird für das Fernlicht elektromagnetisch aus dem Strahlengang gezogen. Tut er es nicht, blendet der Scheinwerfer nicht mehr auf. Zur großen Erleichterung verschwindet der Effekt nach ein paar Betätigungen des Abblendhebels oft wieder. Ohnehin hilft es, das Fernlichts regelmäßig zu nutzen. Der Shutter bleibt in Bewegung. Rührt er sich dauerhaft nicht, ist eine umfangreichere Reparatur wahrscheinlich.

 

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