Glühlampen sind luftleer. So lautet jedenfalls eine gängige Ansicht. Für Halogenlampen stimmt trifft sie nicht zu. In diesen herrscht nicht nur kein Vakuum, wie es vor allem in klassischen Haushaltsbirnen noch üblich war. Im Gegenteil sind Halogenlampen mit einem Gas befüllt. Es steht sogar unter Druck. Und zwar nicht so wenig. So zwischen zehn und 15 Bar können es schon sein. Das Gas kann Elemente wie Fluor, Chlor, Brom und vor allem Jod enthalten. Diese chemischen Grundbausteine heißen Halogene, was der ganzen Technik den Namen gegeben hat.

Mit Taucherbrille auf Lampentausch

Der hohe Druck birgt eine Gefahr. Bei einer Beschädigung kann das Glas platzen. Es passiert nicht besonders oft. Aber wenn der Fall eintritt, können Glassplitter herumfliegen. Besonders gefährdet wären dann die Augen. Brillenträger haben einen gewissen Grundschutz. Doch auch sie wären gut beraten, würden sie wie alle anderen beim Umgang mit Halogenlampen eine Schutzbrille tragen. Im Notfall tut es auch eine Taucherbrille.

Dass fabrikneue Markenlampen wie die von Osram platzen, ist wirklich höchst selten. Anders sieht es bei verbrauchten aus. Der häufige Temperaturwechsel im Betrieb und Erschütterungen können den Glaskolben mürbe gemacht haben. Dann genügt vielleicht eine kleine Berührung oder ein Anstoß an das Scheinwerfergehäuse beim Ausbau und das geschädigte Gefüge im Glas gibt nach.

Das Glas nie mit den Fingern berühren!

Es gibt noch weitere Gründe, warum ein Glaskolben platzen kann. Wird er beim Einbau mit bloßen Fingern berührt, bleibt unweigerlich eine kleine Menge Hautfett oder Schweiß zurück. Im Zusammenwirken mit der im Betrieb auftretenden Hitze entstehen aggressive Substanzen. Sie fördern die Versprödung des Glases. Deshalb ist auch der Hinweis auf der Verpackung wichtig, die Glaskörper nie mit den Fingern zu berühren. Für die Warnung gibt es noch einen zweiten Grund. Die Mischung aus Fett und Schweiß verdampft – wieder wegen der Hitze – teilweise. Danach kondensiert sie auf dem Reflektor des Scheinwerfers, wo sie ebenfalls Schäden anrichten kann.

Es lohnt sich also wirklich, die Hinweise auf der Verpackung von Autolampen zu beachten – auch wenn die international genormten Symbole sich manchmal nicht auf den ersten Blick erschließen.

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