Tak, Tak, Tak – dreimal in zwei Sekunden zeigt ein akustisches Signal an, wenn die Blinker am Auto arbeiten. Eine oder zwei Kontrolllampen im Kombinationsinstrument leuchten dazu im selben Takt auf. Doch ist vielleicht eines Tages ein schnelles Taktaktaktaktak zu hören und die grüne Lampe blinkt hektisch. Dann ist für die meisten klar: Eine Birne ist durchgebrannt oder ein sonstiger Fehler an einer Blinkleuchte liegt vor. Die Anderen sollten es immerhin wissen, denn die Sache ist ein Thema in der Fahrschule.

Beide Gruppen von Menschen werden sich vielleicht fragen, was das schnellere Blinken soll. Eine Vorschrift, vielleicht? Im Prinzip ja. In der ECE-Regelung 48 steht, dass dem Fahrer die ordnungsgemäße Funktion der Blinker anzuzeigen sei. Die international gültige Vorschrift lässt den Autoherstellern aber breiten Raum, wie das zu geschehen hat. Zulässig sind Kontrollleuchten in Grün und/oder ein akustisches Signal, das Tacken. Fällt eine Leuchte der Blinkanlage aus, müssen Kontrolllampe und Ton ihren Takt ändern. Sie dürfen dabei langsamer oder schneller werden. Die grüne Lampe dürfte sogar konstant leuchten. Von der gestalterischen Freiheit macht aber niemand Gebrauch. Lampe und Ton werden stets schneller. Kein Autohersteller versucht sich an einem anderen Vorgehen. Was zu der Frage bringt, warum das so ist.

Alte Technik steht Pate

Es ist schlicht ein alter Zopf, den abzuschneiden es aber keine Not gibt. Er kommt aus der Historie. Über Jahrzehnte war ein so genannter Hitzedraht-Blinkgeber für das Blinklicht zuständig. Das waren diese runden Döschen mit Metallgehäuse. Im Inneren saßen ein Relais und der namensgebende Hitzedraht. Letzterer unterbrach den Fluss des Stroms, wenn durch ihn selbst welcher floss und er sich durch die entstehende Hitze dehnte. Nach der Abkühlung begann das Spiel im Blinktakt von vorn. Das Ganze passierte in Abhängigkeit vom Strom, den die Glühlampen aufnahmen. Je weniger Strom, desto schneller passierte es. Der Hitzedraht-Blinkgeber konnte aus physikalischen Gründen gar nicht anders, als schneller blinken, wenn ein Lampenausfall vorlag.

Die Autofahrer gewöhnten sich an diesen Effekt und deshalb übernahmen ihn die ersten elektronisch gesteuerten Blinkrelais, die schon in den 1970-er Jahren auftauchten. Das waren dann meist eckige Kästchen mit einem Kunststoffgehäuse. Heute entsteht die Blinkfrequenz zumeist als eine von vielen Funktionen in einem Steuergerät. Der Ton dazu kommt aus einem kleinen Lautsprecher im Instrumentenpanel. Die alten Zeiten enden nicht beim Verhalten von Kontrolllampen und Tönen. So schreibt die inzwischen allein dafür verbindliche ECE-Regelung eine Blinkfrequenz von 1,5 Hertz vor, also drei Blinksignale pro zwei Sekunden. Allerdings lässt sie eine sehr große Toleranz von einem halben Hertz nach oben und unten zu. Ein Aufleuchten pro Sekunde ist also noch erlaubt und vier in zwei. Diese Großzügigkeit beruht auch noch auf der Hitzedrahttechnik. Die reagiert sehr empfindlich auf Spannnungsschwankungen und übrigens auch auf Alterung. Große Unterschiede in der Blinkfrequenz waren üblich, vor allem in Bordnetzen mit sechs Volt.

Manches hält sich in der Autotechnik und beim Licht sehr lang. Und dann weiß kaum noch jemand, warum etwas ist, wie es ist. In Zeiten von LEDs in Blinkern ist ein Ausfall ohnehin eine sehr seltene Erscheinung. Und auch bei konventioneller Technik kann man sich wappnen. Longlife-Lampen wie die Ultra Life von Osram halten im Blinker oftmals ein ganzes Autoleben lang durch. In anderen Fällen fällt gerade mal ein Wechsel an. Das schnelle Blinken ist selten geworden.

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