Die Regeln für die deutsche Hauptuntersuchung sind in den vergangenen Jahren mehrfach strenger geworden. Im gleichen Takt wurde der Ermessensspielraum der Prüfer von TÜV, Dekra, GTÜ & Co bei Mängeln an der Lichtanlage kleiner. Die meisten Beanstandungen sind jetzt „erhebliche Mängel“, bei denen es keine Plakette mehr gibt. Dabei sind die Probleme selbst oft eher minderer Natur. Eine durchgebrannte Lampe im Rücklicht etwa, oder ein zu tief eingestellter Scheinwerfer. Dinge, die sich schnell beheben lassen. Natürlich wäre es gut gewesen, das Auto vor der Fahrt zum TÜV nach solchen Kleinigkeiten abzusuchen. Aber diese Überlegung hilft nicht besonders, wenn erst der Prüfer einen darauf aufmerksam macht.

Manchmal sind diese Leute aber so nett und bieten an, beispielsweise die Scheinwerfereinstellung schnell mal zu korrigieren. So etwas ist reizvoll, da die Fahrt mit einem blitzblanknagelneuen Stempel auf dem Nummernschild fortgesetzt werden kann. Leider haben „Schnell-mal-Arbeiten“ mitunter zur Folge, dass etwas danach schlechter ist als zuvor. Festsitzende Einstellschrauben können abreißen oder rund drehen. Das Einsetzen einer Reserveglühlampe beispielsweise aus einem Ersatzkasten von Osram in eine Leuchte lässt in der Eile vielleicht etwas in der Fassung oder einer Abdeckung brechen. In allen Fällen ist die endgültige Reparatur dann deutlich teurer und zeitaufwendiger als eine Nachprüfung zur Hauptuntersuchung.

Selbst wenn beispielsweise die Korrektur einer schlechten Scheinwerfereinstellung gelingt, sollte die Sache in einer Werkstatt überprüft werden. In aller Regel wird bei solchen „Schnell-mal-Maßnahmen“ nämlich nur die Höhe des Lichtbündels korrigiert. Für eine optimale Reichweite ist aber auch die seitliche Einstellung sehr wichtig. Diese so genannte Asymmetrie ist ein Stiefkind vieler Einstellungen – leider auch oft in Werkstätten.

Nacharbeit lohnt sich

Dort hilft vielleicht schon genaues Hinsehen, um eine allzu zügige Einstellung nach dem Prinzip „Passt schon“ zu entlarven. Auch an anderen Stellen des Lichts sollte sich niemand mit dem amtlichen Segen des TÜV zufriedengeben. Eine mit Wasser vollgelaufene Rückleuchte lässt sich natürlich manchmal durch Freistochern der Entlüftungslöcher „HU-tauglich“ machen. Aber die Ursache eines solchen, im unnachahmlichen Humor der Prüfer gern „Schwimmbad“ genannten, Mangels muss unbedingt beseitigt werden. Das gilt auch, wenn eine Lampe wegen korrodierter Kontakte erst nach daran Herumwackeln Licht von sich gibt. Sonst kommt der Fehler bald wieder. Und das Licht soll ja nicht nur in der Prüfhalle funktionieren.

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