Jedes Auto muss mindestens zwei davon haben. Bekannt sind die roten Teile am Heck unter mehreren Namen. Rückstrahler, Katzenaugen oder auch Reflektoren. Technisch korrekt ist „Retroreflektoren“ und das auch, damit sie nicht mit dem Reflektor im Scheinwerfer verwechselt werden. Die Rückstrahler in der Heckleuchte erzeugen ja kein Licht. Sie reflektieren es nur. Trotzdem gelten sie als „Lichttechnische Einrichtungen“. Es gibt sogar eine extra Regelung der Economic Commission for Europe (ECE) für sie. Die international gültige Vorschrift trägt die Nummer 3 und gehört damit zu den ältesten noch gültigen.

Rückstrahler bieten die letzte Chance, ein unbeleuchtetes Auto noch zu erkennen. Deshalb haben sie Motorfahrzeuge praktisch seit Anbeginn ihrer Zeit. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war meist nur einer angebracht. Danach halfen zwei dabei, den Abstand besser einschätzen zu können.

 

Mehr passives Licht

Rückstrahler und die später eingeführten reflektierenden Nummernschilder sind aber nicht die einzigen Lichter ohne eigene, aktive Quelle am Auto. In den vergangenen Jahren sind noch Folien hinzugekommen, die an Lastwagen die Konturen bei Nacht deutlich machen. Auch hier darf es nicht irgendeine Reflexfolie sein. Sie muss ebenfalls das Prüfzeichen der ECE, diesmal nach Regelung 104, tragen. Die hohe Zahl zeigt schon, dass es sich um eine neuere Sache handelt.

Älter ist Reflektierendes am Straßenrand. Katzenaugen in Leitpfosten sind in Deutschland seit Ende der 1950-er Jahre üblich. Verkehrsschilder bekamen eine Reflexfolie erst ab den 1970-er Jahren und noch späteren Datums sind reflektierende Markierungen auf der Fahrbahn.

All diesen Einrichtungen ist gemein, dass sie nur angeliefertes Licht abgeben können. Es ist in erster Linie das von Autoscheinwerfern. Für diese Zusammenarbeit ist es wichtig, dass das Scheinwerferlicht sich nicht zu weit von Weiß entfernt. Das ist einer von mehreren guten Gründen, warum die Regeln keine höheren – sprich: blaueren – Farbtemperaturen als rund 6000 Kelvin zulassen. Noch mehr Blau würde die Farben in Verkehrsschildern verfälschen. Rot bekäme einen heftigen Braunstich und die gelben Wegweiser tendierten in Richtung Grün. Und grün soll an der Straße ja nur eines sein: Die Ampel.

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