Die Meinungen zu Böllern und Feuerwerk am Jahreswechsel sind geteilt. Nicht so ist es wohl bei Schäden durch herabfallende Raketenteile oder wild geworfene Böller. Die mag niemand. Keine schöne Neujahrsbescherung sind so genannte Schmauchspuren an Autos. Allerdings sollte niemand panisch an die Beseitigung gehen. Besonders, wenn der Kracher auf der Abschlussscheibe eines Scheinwerfers sein Pulver verschossen hat. Denn die besteht in aller Regel nicht mehr aus Glas, sondern dem Kunststoff Polykarbonat. Wenig bekannt ist, dass sie zusätzlich mit einem Lack überzogen sind. Und der reagiert nicht nur empfindlich auf brennende Geschosse, sondern mag auch rüde Reinigungsmethoden nicht. Es geht dieser Lackschicht damit ähnlich wie der des ganzen Autos.

 

Glück hat, wer den hässlichen Fleck mit einem weichen Tuch und Spüli entfernen kann. Auch Fensterreiniger oder Frostschutz für die Scheibenwaschanlage sind gute Reinigungsmittel für diesen Zweck. Wenn sie nicht helfen, kann eine sanfte Lackpolitur die nächste Stufe sein. Damit aber nur die Räucher-Stelle bearbeiten und nicht den gesamten Scheinwerfer! Der Lack auf den Abschlussscheiben, die viele immer noch Streuscheiben nennen, ist nämlich weicher als Autolack. Der Grund: Die Kunststoff-„Gläser“ sind elastischer als Karosserieteile, manche Stoßfänger vielleicht ausgenommen. Sie sind in gewissen Grenzen selbstheilend, springen also nach einem Stoß wieder in die Ausgangslage zurück. Das muss natürlich der Lack mitmachen und dafür selbst entsprechend elastisch sein. Der Einsatz von Kunststoff ist übrigens keine Sparmaßnahme der Autohersteller, sondern dient dem Fußgängerschutz bei Unfällen.

 

Hilft auch die Politur nicht, stellt sich womöglich die Frage, ob man mit dem Schaden leben kann. Es kommt darauf an, wo er ist und ob die Stelle die optischen Eigenschaften des Scheinwerfers stört. Da Scheinwerfer oft wesentlich größer sind als für den Lichtaustritt notwendig, ist die Chance gut. Ob die Verfärbung die Lichtverteilung beeinträchtig, kann eine Werkstatt in einem (modernen) Scheinwerfereinstellgerät sehen. Es bietet sich an, dabei auch die Einstellung selbst zu checken.

 

Zeigt der nachneujährliche Rundgang ums Auto keine Schäden, so kann er dennoch zu einer Überprüfung aller Lichtfunktionen dienen. Dabei die Bremsleuchten, Seitenblinker und Nummernschildleuchten nicht vergessen! Ist eine Lampe wie eine Silvesterrakete durchgebrannt, kann sie gleich jetzt ersetzt werden. Praktisch ist da ein kleiner Vorrat der wichtigsten Lampen aus einem Ersatzkästchen von Osram. Wer so etwas nicht hat, dem nennt der Lampenfinder des Unternehmens die richtige Lampe für das eigene Auto.

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