Welches Licht ist bei Nebel das richtige? Zunächst ist Abblendlicht die Basis. Ungeeignet sind sowohl Standlicht, als auch Tagfahrlicht. Ersteres, weil es viel zu schwach ist und die Straße eigentlich überhaupt nicht beleuchtet. Es ist nur dafür da, das Auto selbst kenntlich zu machen. Tagfahrlicht ist zwar stärker, erzeugt aber eine starke Eigenblendung. Es hat nämlich eine Fernlichtcharakteristik. Und jeder weiß, dass Aufblenden bei Nebel nur eine undurchdringlich weiße Wand erstrahlen lässt.

Zusätzlich zum Abblendlicht kann und darf man natürlich die Nebelscheinwerfer einschalten. Die Betonung liegt auf zusätzlich. Der oftmals verbreitete Tipp, sie zusammen mit dem Standlicht einzusetzen, ist kein guter mehr. Der Betriebsmodus ist zwar erlaubt, bringt aber mit den heutigen, ab Werk verbauten Nebelscheinwerfern nicht genug Licht auf die Straße. Im Gegensatz zu den echten Zusatzscheinwerfern für Nebel früherer Jahre sind die aktuellen meist chic in der Frontschürze angebrachten Serienmodelle oft nicht viel mehr als Designelemente. Auch der Einsatz als Abbiegeleuchten hat oftmals Priorität. Solche Nebelscheinwerfer strahlen nur in die Breite. Das aber kann durchaus eine gute Hilfe im Nebel sein. Die Ränder der Straße sind deutlicher erkennbar und Einmündungen besser ausgeleuchtet. Für die möglichst weite Sicht muss dagegen weiterhin das Abblendlicht sorgen.

Weil wir gerade bei Mythen sind: Nebelscheinwerfer seien so tief angebracht, damit sie „unter dem Nebel durchleuchten“. Der würde nämlich erst ein paar zehn Zentimeter über der Straße beginnen. Schade, dass der Nebel nicht lesen oder hören kann! Sonst würde er sich vielleicht entschließen, erst drei Meter über der Fahrbahn aufzutreten und damit überhaupt nicht mehr zu stören. Spaß beiseite: Nebelscheinwerfer sitzen tief, damit die Reflektion an den Wassertröpfchen möglichst weit von der Sichtachse des Fahrers entfernt ist. Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, haben wir mal in der Schule gelernt. Im Idealfall würde das Licht eines Nebelscheinwerfers also nur in Regionen oberhalb der Windschutzscheibe reflektiert. Aber auch das weiß der Nebel nicht. In begrenztem Maß erzeugt nämlich auch ein Nebelscheinwerfer Eigenblendung.

In Deutschland und vielen anderen Ländern ist die Kombination Fern- und Nebellicht verboten. In manchen muss sie sogar per Schaltung unmöglich sein. Sinnvoll ist sie nie. Wenig sachgerecht ist oftmals auch der Einsatz der Nebelschlussleuchte. Sehr viele Fahrer schalten sie viel zu früh ein. Erst bei wirklich dicker Suppe sollte sie leuchten. Ansonsten blendet sie folgende Fahrer gnadenlos. Die deutsche Verkehrsregel lässt den Einsatz erst bei Sichtweiten unter 50 Meter zu und auch ausdrücklich nur bei Nebel. Eine entsprechende Sichtbehinderung durch Regen, Rauch oder Schnee ist danach kein Grund für die Nebelschlussleuchte und an der Sinnhaftigkeit dieser juristischen Unterscheidung darf man durchaus Zweifel haben. In Deutschland gilt bei einer Sichtweite unter 50 Meter die Höchstgeschwindigkeit 50 Kilometer pro Stunde. Wer mit dem hellen roten Licht am Heck mit einem höheren Tempo unterwegs ist, missbraucht es also. So einfach ist das.

Übrigens hält sich auch im Zusammenhang mit der Nebelschlussleuchte die eine oder andere falsche Ansicht zäh. Man dürfe sie nur außerorts benutzen. Das stand vor Jahrzehnten tatsächlich mal in den Verkehrsregeln, wurde aber längst gestrichen. Unter 50 Meter Sichtweite hat überall die gleichen Bedingungen – auch für die Nebelschlussleuchte.

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