Fragt man Autofahrer, was sie sich vom Licht wünschen, steht „hell“ weit vorn in der Liste der Antworten. Eine große Reichweite ist ebenfalls beliebt. Auch die Farbe Blau und die Lichtquelle LED finden sich auf den Wunschzetteln. Die Homogenität taucht selten auf und das liegt nicht nur am Fremdwort, dessen allgemeine Bedeutung hier nachzulesen ist. Die geringe Aufmerksamkeit ändert sich auch nicht unter dem deutschen Begriff der gleichmäßigen Ausleuchtung.

Dabei ist eine homogene oder eben gleichmäßig ausgeleuchtete Lichtverteilung ein wichtiges Kennzeichen guter Scheinwerfer. Hindernisse auf der Straße werden deutlich schneller erkannt. Bei einer fleckigen Lichtverteilung kann sich ein zum Beispiel ein Schlagloch kurzzeitig an einer weniger gut ausgeleuchteten Stelle verstecken. Gewiss, es handelt sich nur um Sekundenbruchteile. Die können aber entscheidend sein, ob noch ein Ausweichen möglich ist, oder nicht.

Doppelter Sicherheitsgewinn

Zudem belastet eine inhomogene, also ungleichmäßige Lichtverteilung Augen und Gehirn stärker. Beide müssen sich mehr anstrengen, um die Unterschiede in der Helligkeit auszugleichen und in den dunkleren Stellen noch etwas zu erkennen. Das ermüdet. Homogenität trägt also in doppelter Hinsicht zur Verkehrssicherheit bei. Hindernisse werden schneller erkannt und die Gefahr durch Müdigkeit gesenkt.

Jede neue Lichttechnik der vergangenen Jahrzehnte hat positive Auswirkungen auf die Homogenität gehabt. Generell lässt sich aus mehr Lichtstrom eine gleichmäßigere Lichtverteilung herstellen. Ein großer Wurf war deshalb das Xenonlicht Anfang der 1990-er Jahre. Gegenüber der damals dominierenden H4-Lampe stand rund dreimal so viel Licht zur Verfügung. Bei sorgfältiger Auslegung von Reflektoren oder Linsen ermöglichen Xenonscheinwerfer eine wunderbar breit und gleichmäßig beleuchtete Fläche auf der Straße. Das ist bis heute so. Erst die neueren Generationen von LED-Scheinwerfern können mithalten. Bei frühen Exemplaren fehlte es an Lichtstrom und die Entwickler waren gezwungen, das zur Verfügung stehende Licht an wichtigen Stellen zu konzentrieren.

Schachbretter auf der Straße

Überhaupt existiert ein Zielkonflikt. Homogenität und Reichweite sind nicht so leicht unter einen Hut zu bringen. Das gilt vor allem, wenn Licht nicht – wie beim erwähnten – Xenon in Hülle und Fülle zur Verfügung steht. In der LED-Technik ist es möglich, einzelne Leuchtdioden speziell für Reichweite und andere für den Ausgleich der Helligkeitsunterscheide einzusetzen. Je nach Aufwand – sprich Kosten – kann das bemerkenswert gut gelingen.

Am deutlichsten tritt der Zielkonflikt jedoch bei manchen Matrixscheinwerfern für blendfreies Fernlicht zutage. Sie setzen eine Vielzahl von LEDs ein. Jede beleuchtet nur ein bestimmtes Feld der Straße. Die Abgrenzung zum benachbarten ist vor allem bei den ersten in den Markt gekommenen Systemen deutlich zu sehen. Die Experten sprechen vom Schachbretteffekt.

Der Fortschritt ist in diesem Punkt aber enorm. Das hängt grundsätzlich stark damit zusammen, dass die Zahl der Pixel immer größer wird. Jüngst zeigte Volkswagen einen Versuchsscheinwerfer in LCD-HD-Technik. In Sachen Homogenität lässt er praktisch keine Wünsche offen.

Niemand muss noch bis zur Serienreife dieses Scheinwerfers in rund zwei Jahren warten oder sich überhaupt ein neues Auto kaufen, um homogenes Licht zu bekommen. Viel hängt schon in der Halogen– und Xenontechnik von der Lampe ab. Je genauer Glühwendel oder Lichtbogen im Brennpunkt des Scheinwerfers sitzen, desto besser und damit gleichmäßiger kann der das Licht verteilen. Die entsprechenden Wert sind zwar in Vorschriften geregelt. Doch zum einen gibt es zulässige Toleranzen. Und dann hält leider nicht jeder Hersteller die Vorschriften ein. Anders ist das bei Markenlampen wie jenen von Osram. Sie tragen damit auch zu größtmöglichen Homogenität bei, die eine Scheinwerfertechnik bieten kann.

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