Letztlich beruhen beschlagene Scheinwerfer auf den gleichen physikalischen Bedingungen wie beschlagene Autoscheiben. Die kennt jeder. Und keiner sorgt sich deshalb. Vornehmlich in der kühlen und feuchten Jahreszeit kondensiert Feuchtigkeit an den Glasflächen. Ganz ähnlich läuft das auch im Scheinwerfer ab. Die Luftfeuchtigkeit schlägt sich an der Abschlussscheibe nieder. Experten sprechen von Fogging. Leider gibt es gegen den Beschlag keine so einfache Gegenmaßnahme wie im Innenraum. Also kein Lüftungsgebläse und keine Klimaanlage zur Lufttrocknung.

Dennoch gibt es eine Art Defrosteranlage für die Scheinwerfer. Die Abwärme der Lampen macht dann das gleiche wie die warme Luft aus dem Gebläse. Leider ist das nicht ganz so effektiv wie an der Frontscheibe, aber immer mit Licht fahren hilft sehr, den Beschlag zu vermeiden. Das Problem ist nur, dass moderne Lichtquellen weniger Wärme erzeugen wie Halogen- oder andere Glühlampen. Das ist bereits bei Xenonlicht so, dessen Scheinwerfer mehr Neigung zum Fogging zeigen als ihre Brüder in Halogentechnik. Noch ausgeprägter ist der Effekt ausgerechnet bei den modernsten Scheinwerfern, also solchen mit LEDs. Der Grund: Sie heizen einfach kaum noch.

Konstruktive Abhilfen bei Beschlag

Am Fogging haben sich Scheinwerferkonstrukteure schon Zähne ausgebissen. Das Problem: Scheinwerfer und teilweise auch Leuchten werden immer größer. Das bedeutet, dass auch mehr Luft im Inneren ist. Und die erwärmt sich während der Fahrt durch die Wärme der Lampen, aber auch vom Motor her. Damit dabei kein Überdruck entsteht, haben heute nahezu alle Scheinwerfer ein Belüftungssystem. Das ist recht trickreich konstruiert, damit kein Wasser direkt eindringen kann. Beim Abkühlen wird – den Gesetzen der Physik folgend – aber wieder etwas Luft eingesaugt. Ist diese wetterbedingt feucht, kommt es zum Beschlag.

Im Betrieb verschwindet er aber wieder von selbst. Um das zu erreichen, versuchen die Konstrukteure, die Abwärme von Lampen oder auch Steuergeräten für den Defrostereffekt sinnvoll durch das Scheinwerfergehäuse zu leiten. In die letzten Ecken gelangt dabei naturgemäß weniger trockene Luft und deshalb hält sich der Beschlag dort am längsten. Je nach Wetter und vor allem Luftfeuchtigkeit dauert es mehr oder weniger lang, bis der letzte Rest verschwunden ist. Und noch mehr Zeit sowie warmes Wetter braucht es, wenn das Auto nicht bewegt wird.

Tagfahrleuchten haben die Beschlagneigung in vielen Fällen verstärkt. Ihre Lichtquellen, überwiegend LEDs, erzeugen viel weniger Wärme als das Hauptlicht. Zudem sind Tagfahrleuchten oft räumlich getrennt angeordnet. Gegen die Beschlagneigung hilft es also, öfter mit Abblendlicht statt Tagfahrlicht zu fahren. Im Herbst und Winter ist das ohnehin öfter angesagt.

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