Wer etwas am Autolicht verändern will, findet im Internet ein riesiges Angebot an Produkten. Neben sinnvollen Dingen wie Upgrade-Lampen finden sich auch alle möglichen Dinge zum Einfärben. Da sind zunächst Glühlampenlacke. Eigentlich und ursprünglich sind die für Anwendungen wie an den kleinen Lämpchen an Christbaumlichterketten gedacht. Weil man für alles, das am Auto Dienst tut, mehr Geld nehmen kann, kamen Anbieter auf die Idee, ihre famosen Glühlampenlacke auch für Autolampen anzupreisen. Bevorzugt gekauft werden blaue Nuancen. Die Anwendung ist denkbar einfach: Die Glaskolben der Lampen nehmen, in die Flüssigkeit getaucht, die Farbe gut an. Eine schnelle Lösung für das angesagte blaue Licht? Nein. Das Blau wird sehr oft nach kurzer Zeit zu Braun. Scheinwerferlampen werden deutlich heißer als kleine Funzelchen im Heimbereich. In einem mehr oder weniger geschlossenen Gehäuse wie einem Scheinwerfer erhitzt sich die Farbe zusätzlich und brennt praktisch an.

Damit nicht genug. Beim Ankohlen setzt die Farbe Gase oder gar Rauch frei, der sich wiederum im Inneren von Scheinwerfern oder Leuchten niederschlägt. Reinigungsversuche scheitern in aller Regel. Das Teil wird unbrauchbar. Eigentlich ist es das schon von Anfang an, denn in der Farbe bleibt sehr viel Licht hängen. Die Leuchtweite eines solchermaßen malträtierten Scheinwerfers sinkt dramatisch. In anderen Leuchten sind die einzelnen Lichtfunktionen schlechter zu sehen.

Alternative: Cool Blue Intense

Die einzige Möglichkeit, dem Halogenlicht einen etwas bläulicheren Touch zu geben, sind entsprechende Halogenlampen. Auch davon gibt es massig Angebote. Viele werben mit unglaublich hohen Farbtemperaturen, die sich allerdings messtechnisch nicht bestätigen lassen. Wichtig ist, dass die Lampen nicht nur Blau liefern, sondern auch weiterhin genügend Licht. Bei der Cool Blue Intense von Osram ist das der Fall.

Einen weiteren Fehler im Zusammenhang mit Farben kann man mit Lacken machen, die auf Scheinwerfer oder Rückleuchten aufgetragen werden. Beabsichtigt ist dabei stets eine mattgraue Oberfläche. Nun gibt es bereits Autos mit ab Werk entsprechend getönten Rückleuchten. Die sind jedoch lichttechnisch darauf ausgelegt. Die nachträglich aufgetragenen Lacke machen das Gleiche wie jene auf Glühlampen: Sie dämpfen das Licht, und zwar wieder erheblich. Die meist als Spray angebotenen Lacke verbrennen zwar nicht wie Glühlampenfarben. Dennoch werden sie oft schon nach kurzer Zeit unansehnlich. Sie blättern ab.

Es gibt noch einen weiteren, gewichtigen Grund, auf das Lackieren von Lichtkomponenten zu verzichten. Es ist schlicht nicht erlaubt. Alles, was am Auto leuchtet, muss eine Genehmigung haben. Sie erlischt, wenn das Teil verändert wird. Und Farben oder Lacke sind eine Veränderung.

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