Die Europäische Union hat der Glühlampe den Kampf angesagt. Im Lauf von ein paar Jahren sind nach und nach die klassischen Haushaltslampen („Glühbirne“) verschwunden. Sie dürfen in den Ländern der Union nicht mehr produziert oder neu in den Markt gebracht werden. Begründet wurde das Verbot mit dem schlechten Wirkungsgrad dieser Lichtquellen, der bei rund zehn Prozent liegt. Seit September sind auch die leicht besseren Halogenlampen vom Aussterben bedroht. Vorhandene Ware darf der Handel weiter verkaufen; neue wird es nicht geben. Ist das ein Grund, sich um den Nachschub an Halogenlampen für Autoscheinwerfer zu sorgen?

Die klare Aussage: nein. Die Meldungen waren zumeist etwas ungenau. Nicht allen Halogenlampen hat das letzte Stündchen geschlagen und Autolampen überhaupt nicht. Für den Einsatz auf Rädern dürfen auch weiterhin alle Glühlampen hergestellt und verkauft werden, also sogar nicht nur Halogenlampen. Das Autolicht ist komplett vom Phase-out der Glühlampe in der EU ausgenommen. Übrigens steht nicht nur die Fahrzeugbeleuchtung auf einer Ausnahmeliste. Sie enthält auch einige Typen kleiner Halogenlampen für die Netzspannung 230 Volt.

Ein Verbot wäre sinnlos

Warum ist denn die EU bei Autolampen so vermeintlich großzügig? Das liegt zum einen daran, dass sich am Autolicht praktisch keine Energie sparen lässt. Ein Rückgang des Verbrauchs lässt sich nur rechnerisch und damit theoretisch nachweisen. In den Köpfen steckt zwar noch die Ansicht, die Scheinwerfer würden die „Lichtmaschine“ stark belasten. Doch der Generator, wie der Stromerzeuger eigentlich heißt, hat viel größere Verbraucher zu verkraften. Die Heckscheibenheizung, das Lüftungsgebläse und die Bordelektronik verbrauchen ein Vielfaches.

Ein weiterer gewichtiger Grund für die zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit von Glühlampen fürs Auto ist der Mangel an Alternativen. Anders als im Haushaltsbereich lassen sie sich nicht einfach durch Energiesparlampen oder LED-Varianten mit den gleichen Sockeln ersetzen. Für jede Lichtfunktion am Auto ist nur ein einziger Lampentyp vorgesehen und zugelassen. Es zählt nicht nur, dass etwas irgendwie in die Fassung passt. Die sogenannten Retrofits in LED-Technik sind deshalb außen am Auto nicht erlaubt. Sie verbrauchen zudem in der Regel exakt genauso viel Strom wie Glühlampen. Täten sie es nicht, würden sie Überwachungsschaltungen wie die Blinkerkontrolle oder die Warnung bei einem Lampenausfall auslösen. Ein Energieeinspar-Effekt wäre also nicht mit ihrem Einsatz verbunden.

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  • Zitat: „…verbrauchen zudem in der Regel exakt genauso viel Strom wie Glühlampen…“ Zitat Ende.
    Ich habe schon eine Menge dieser Leuchtmittel verschiedenster Quellen, Qualitäten und Preisklassen in der Hand gehabt und durchgemessen. Die Regel ist eher ein deutlich geringerer Verbrauch. (W5W-Alternative braucht unter 1W; 21W Bremslicht-Alternative braucht 3-8W; 55W Scheinwerfer-Alternative braucht 25-45W).
    Im Innenraum konnte ich so die gesamte „Tür-Offen-Lichtleistung“ von über 100W (!) auf kaum 20W reduzieren.
    Es wird allerhöchste Zeit, dass der Gesetzgeber sich den nun seit annähernd 10 Jahren vorhandenen technischen Realitäten anpasst und entsprechende Optimierungen bei der Außenbeleuchtung endlich rechtlich ermöglicht!