Unscheinbar und vernachlässigt

Kurz nach dem bestandenen Führerschein machen sich junge Fahranfänger eher selten Gedanken über die kleinen Lampen an ihrem Fahrzeug, die irgendwo versteckt sind und die man, drinsitzend, noch nicht einmal sehen kann. Aber auch alte Hasen am Steuer, wenn sie nicht gerade der peniblen Kontrollfraktion zuzuordnen sind, vergessen gern die eine oder andere Außenleuchte. So ist zum Beispiel die Kennzeichenbeleuchtung eine der eher vernachlässigten Lichtquellen am Kraftfahrzeug, denn sie ist klein, unscheinbar und irgendwo hinten dran, wo man ihren Ausfall – genau wie bei defekten Rückleuchten oder Bremslichtern – nicht sofort wahrnimmt. Manchmal sogar erst nach Monaten, spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung. Deshalb heute der Aufruf: Licht an, nach hinten gehen und – guckt doch einfach einmal nach.

Aus 20 Metern Entfernung noch lesbar

Ach, fragen sich sogar einige, das Kennzeichen (oder umgangssprachlich Nummernschild) ist beleuchtet? Ja, aber sicher. Und für die Art und Weise dieser Beleuchtung gibt es natürlich Vorschriften. Vereinfacht beschrieben muss die Kennzeichenbeleuchtung mit dem Abblendlicht automatisch ein- und ausgeschaltet werden, muss möglichst farblos sein und darf den nachfolgenden Verkehr nicht blenden, weshalb sie in einem Winkel von 8 Grad auf das Kennzeichen treffen soll. Zusammengefasst muss also das Schild im Dunkeln aus einer Entfernung von 20 Metern gut lesbar sein. Die seit den 70er-Jahren eingeführten reflektierenden Kennzeichen ersetzen die Beleuchtung dabei aber nicht.

Designelement und Herausforderung

Diese wenigen Vorgaben haben schon immer die Designer beschäftigt, denn es ist ihre Aufgabe, die Kennzeichenbeleuchtung möglichst stimmig in die Form der Karosserie oder des Stoßfängers zu integrieren. Ob es die eine genial-zentrale Leuchte beim Ur-Käfer, die von der Seite leuchtenden Lampen einiger Sportwagen oder die in die Stoßfänger integrierten „normal“ von oben das Schild erhellenden Lampen sind – verschiedene Fahrzeugtypen zeigen verschiedene Lösungen. Umso seltsamer scheint es, dass viele von uns diese kleinen Lämpchen und ihre Möglichkeiten gar nicht auf dem Schirm haben. Vielleicht genau deshalb – weil sie sehr unscheinbar sind. Gut versteckt irgendwo hinter einem Falz. Und weil sie auch so unscheinbar und unbemerkt kaputtgehen und ausfallen. Niemand blendet hinter einem auf, weil die Beleuchtung des Kennzeichens nur einseitig funktioniert, oder?

Neue, helle Wege gehen

Wenn ihr also das nächste Mal in den Abendstunden um euer Auto herumlauft, schaut doch auch mal nach der Kennzeichenbeleuchtung. Oder am besten jetzt gleich. Die kann bestimmt mal wieder aufgefrischt werden. Es sieht doch sehr unschön aus, wenn nur die Hälfte des Kennzeichens beleuchtet ist oder vielleicht zwar beide Lampen noch leuchten, aber sehr matt und schlapp daherfunzeln. Vielleicht wertet ihr eure Beleuchtung sogar mit schön hellen, energiesparenden und langlebigen LED-Sockellampen auf? Das alles ist problemlos möglich, die allermeisten Kennzeichenleuchten lassen sich schnell und mit keinem bis wenig Werkzeug aus ihren Halterungen herausnehmen. Denn es sind auch diese kleinen Details, die das Gesamtbild eures Autos, besonders bei Dunkelheit, stimmig machen.

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder
    • Guten Morgen Daniel, die Nachrüstung einer LED im Außenbereich des Fahrzeugs ist nicht zugelassen und demnach führen wir derzeit die Lampe auch nicht in unserem Sortiment. Wir hoffen natürlich, dass sich die Regelung bald ändert. Viele Grüße dein OSRAM Automotive Team

  • Zitat: „…LED-Sockellampen auf? Das alles ist problemlos möglich…“ Zitat Ende.
    Das wäre mir neu!
    Ist es nicht nach wie vor so, dass in einer für Glühlampen (meist Sofitte oder Glassockel) bauartgeprüften Kennzeichenleuchte auch nur die vorgesehenen Glühlampentypen (also mit Zulassung) eingesetzt werden dürfen?