Einer weit verbreiteten Ansicht nach sind alle Scheinwerfer innerhalb der Gruppe einer Lichttechnik gleich gut. Also alle mit Halogenlampen sind gleich, die in Xenon-Technik und die neuesten mit LEDs auch. Das stimmt so nicht. Es gibt viel mehr beachtenswerte Kriterien. Und etliche werden unterschätzt.

  1. Homogenität. Gemeint ist, dass das Licht möglichst gleichmäßig auf der Straße verteilt ist. Es soll also keine großen Unterschiede an Helligkeit geben. Aufgefächerte Lichtverteilungen oder dunklere Stellen sind nicht nur Schönheitsfehler. Solches Scheinwerferlicht ermüdet die Augen bei Nachtfahrten schneller. Es wirkt unruhig. Und die Erkennung von beispielsweise Hindernissen auf der Straße leidet.Verwandt mit der Homogenität ist die Breite der Lichtverteilung. Eine auf beiden Seiten – vor allem der rechten – erweiterte Ausleuchtung wird als sehr angenehm empfunden. Dafür braucht es eine Menge Lichtstrom. Halogenlampen können den nicht liefern. Wieder sind Xenonscheinwerfer und viele LED-Modelle überlegen.
  2. Als Faustregel kann gelten: Je mehr Lichtstrom im Scheinwerfer zur Verfügung steht, desto homogener kann die Lichtverteilung sein. Bei Xenon ist das so. LED-Scheinwerfer mit einer einzelnen Linse können ebenfalls eine gleichmäßige Ausleuchtung liefern. Vor allem die ersten Matrixsysteme  litten aber unter dem Schachbretteffekt. Abgrenzungen der von den einzelnen Leuchtdioden angestrahlten Felder sind zu sehen.
  3. Reichweite. Eigentlich ist es logisch, dass ein Scheinwerfer möglichst weit leuchten soll. Seltsamerweise achten die meisten Autofahrer aber gar nicht auf die weit entfernten Stellen. Die wichtigen liegen zwischen 50 und 75 Meter vor dem Auto auf der rechten Straßenseite. Damit es dort möglichst hell ist, müssen die Scheinwerfer sehr genau eingestellt sein. Und die Lichtquelle muss das optische System des Scheinwerfers präzise bedienen. Dazu bedarf es einer Produktion mit sehr engen Toleranzen. Bei Lampen von Osram liegen sie im Bereich von hundertstel Millimetern.
  4. Blendfreies Fernlicht. Unter Lichtexperten ist es die Innovation der vergangenen Jahrzehnte. Die Sicht verbessert sich dramatisch, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Der Scheinwerfer liefert stets so viel Licht wie möglich. Eine Kamera erkennt entgegenkommende und vorausfahrende Autos und blendet nur die auf sie weisenden Stellen der Lichtverteilung aus. Eine Stufe unter dem blendfreien Fernlicht  sind adaptive Lichtverteilungen. Sie sind überwiegend von der Geschwindigkeit gesteuert und passen das Licht an Stadt-, Landstraßen- und Autobahnverkehr an.
  5. Dynamisches Kurvenlicht zählt zu den ebenfalls unterschätzten Technologien. Bei ihm folgen die Scheinwerfer dem Lenkradeinschlag. Sie leuchten dabei Kurven schon deutlich früher aus als die konventionellen Typen. Besonders auf Landstraßen ist dynamisches Kurvenlicht  eine starke Verbesserung. Als Dreingabe kann die verringerte Blendung des Gegenverkehrs in Rechtskurven gelten, weil das Licht von ihm weg schwenkt.
  6. Die Lichtquelle. Die Lampe ist so wichtig wie der Scheinwerfer. Obschon genormt, sind nicht alle gleich. Die als sehr leistungsfähig geltende H7-Halogenlampe beispielsweise soll nach den Vorschriften einen Lichtstrom von 1.500 Lumen liefern. Schon allein bei diesem Wert zeigten einige No-Name-Exemplare in Tests Werte von unter 1.000. Dazu kamen Fehler in der sogenannten Geometrie, also der exakten Position der Glühwendel. Das Problem: Selbst die geschulten Augen von Experten sehen die meisten Fehler nicht. Und wer hat schon Messgeräte für den Lichtstrom? Bei Markenherstellern wie Osram ist sicher, dass die Lampen die gesetzlichen Anforderungen sogar deutlich übertreffen.

 

 

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