Was finden Menschen an Autos schön? Nun ja, in erster Linie sind wohl Räder und Farben bestimmend. Zunehmend spielt aber Licht eine Rolle, sprich: Scheinwerfer und Rückleuchten. Neben den Auswirkungen auf das Design hat das den positiven Effekt, dass die Beleuchtung insgesamt besser wird. Auf die reine Wirkung reduziert, werden einige Dinge aber überschätzt. Fünf Beispiele:

  1. Farbtemperatur. Seit rund 25 Jahren gibt bläuliches Licht den Trend an. Er kam mit den ersten Xenonscheinwerfern auf, die aus physikalischen Gründen sehr blau leuchteten. Die Experten sprachen von hohen Farbtemperaturen, gemessen in Kelvin. Zur gleichen Zeit gab es auch eine, allerdings kleinere, Fangruppe der gelblichen Allwetterlampen. Beiden Farbtönen wurden und werden mitunter geradezu Wunderwirkungen nachgesagt. Fakt ist: Extreme Farbtemperaturen haben keine Vorteile. Einen leichten Vorteil für das Auge bieten rund 3.500 Kelvin, haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben. An bläulichere oder andere Farbtöne passt sich das Sehen an, ohne dass sich ansonsten viel verändert.
  2. Linsen. Mit Scheinwerfern mit Linsen, auch Projektionssysteme  genannt, sind erweiterte Funktionen möglich. Gemeint sind beispielsweise blendfreies Fernlicht , adaptive Lichtverteilungen oder Kurvenlicht. Ohne solche zusätzlichen Features bringen sie aber keine Vorteile gegenüber normalen, linsenlosen Scheinwerfern. Sind diese sogenannten Reflektionssysteme groß, bringen sie oft sogar mehr Licht auf die Straße.3.
  3. Elektrische Leistung. Wie viel Watt eine Lampe aufnimmt, sagt wenig über die Menge Licht, die sie abgibt. Die Halogenlampe H7 macht aus 55 Watt mehr als eine H4 mit der gleichen elektrischen Leistung. Xenon holt aus 30 oder 40 Watt rund das Doppelte, verglichen mit der H7. Und erst recht moderne LED-Scheinwerfer: Da gibt es welche, die zwölf bis 15 Watt aufnehmen und daraus so viel Licht zaubern wie eine H4, die das Vierfache benötigt.4.
  4. Nahbereichsbeleuchtung. Viel Licht direkt vor dem Auto gefällt vielen Menschen und es erzeugt ein gutes Gefühl bei Nachtfahrten. Das Vertrackte daran ist aber, dass das für die Beleuchtung des Nahbereichs  verwendete Licht womöglich an anderen Stellen fehlt. Das gilt vor allem für Halogenscheinwerfer, die dann nicht so weit leuchten. In Xenon-Systemen ist genügend Lichtstrom vorhanden, so dass sich schon ein paar Lumen für die ersten Meter vor dem Auto abzwacken lassen. Und bei LED-Modellen können zusätzliche Leuchtdioden die Aufgabe übernehmen. Die Hauptsache aber bleibt: Der Nahbereich ist nicht wichtig. Das Licht soll möglichst weit reichen.
  5. Nebelscheinwerfer. Manche schwören auf sie und sagen ihnen Wunderdinge nach. Nebelscheinwerfer würden dank einer tiefen Anbringung „unter dem Nebel durchleuchten“ oder auf andere Weise die Sicht bei dicker Suppe dramatisch erweitern. Dazu zählt auch die Ansicht, gelbes Licht sei besser im Nebel. Die Wahrheit ist, dass Nebelscheinwerfer einzig eine etwas geringere Eigenblendung gegenüber Abblendlicht verursachen. Nur reicht die Sicht dabei überhaupt nicht weiter, so dass die meisten Fahrer das Abblendlicht zusätzlich einsetzen. Das Nebellicht bietet dabei höchstens eine verbesserte Ausleuchtung des Fahrbahnrands. Nebelscheinwerfer sind heute hauptsächlich Designelemente. Für manche Fahrzeugmodelle kosten sie genauso viel wie etwa das Kurvenlicht. Der Aufpreis dafür ist besser angelegtes Geld.

 

 

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder