„Das ist doch total veraltet“ lautet eine häufig geäußerte Ansicht zu Halogenscheinwerfern. Für die meisten Autofahrer gilt die LED als die einzig moderne Technik, und das übrigens nicht nur im Auto. Mit allem anderen will man sich nicht mehr beschäftigen.

Zweifellos hat die Leuchtdiode eine im wahrsten Sinn des Wortes strahlende Zukunft vor sich. Reduziert man die Frage jedoch auf den Kern, das Licht, zeigt sich ein durchaus differenziertes Bild. Halogenscheinwerfer liefern genügend Licht und viele können sogar mit einfachen LED-Systemen mithalten.

Der Grund für das lange Überleben des Halogenlichts ist ein weit verbreiteter: Geld. Die Technik ist einfach viel günstiger als LED. Experten rechnen damit, dass 2023 weltweit noch nahezu 60 Prozent der Autos mit ihr vom Band laufen. Und selbst 2030 wird die Technik noch in der Erstausrüstung sein. Nun muss die Betonung auf „weltweit“ liegen. Die boomenden Märkte Asiens schreien geradezu nach preisgünstigen Autos. Dort zählt jeder Cent. Selbst die zu erwartenden erheblichen Preissenkungen bei Leuchtdioden werden den Vorteil der Glühlampen auf diesem Gebiet nicht wettmachen können.

Anders sieht es natürlich auf den traditionellen, eher hochpreisigen Märkten Europas und Nordamerikas aus. In ihnen wird die LED ihren Siegeszug fortsetzen. In den gehobenen Fahrzeugklassen sowieso und das sicher weltweit. Fast ganz auf der Strecke bleiben wird dabei Xenon. Einzig in China und anderen aufstrebenden Ländern Asiens werden weiterhin Scheinwerfer mit dieser an sich sehr leistungsfähigen Technik in neue Fahrzeuge kommen. In Europa gibt es keine Neuentwicklung mehr. Xenon kostet mindestens das Gleiche wie LED und große Kosteneinsparungen sind im Gegensatz zum Halbleiterlicht nicht zu erwarten.

Hohe Lichtleistung erhalten

Was aber bedeutet das alles für Käufer und Besitzer von Autos? Eine wichtige Botschaft lautet, dass Halogenlampen keine schwachen Funzeln sind. Sie sind durchaus leistungsfähig und viele entsprechende Scheinwerfer können mit einfacheren LED-Systemen mithalten. Das zeigen Messungen im Lichtlabor. Das Niveau halten Halogenscheinwerfer aber nur, wenn die Lampen dem Stand der Technik und den Vorschriften entsprechen. Eine alte Regel von Scheinwerferentwicklern lautet schließlich: Die Lampe ist genauso wichtig wie der Scheinwerfer selbst. Markenprodukte wie die von Osram tragen dem Rechnung. Und mit Upgrade-Lampen wie der Night Breaker bekommt der Autofahrer zudem das Maximum dessen, was mit Halogen möglich ist. Anders sieht es bei Produkten von No-Name-Herstellern oder extrem blauen „Wunderlampen“ aus. Sie liefern oftmals entweder viel Wärme oder viel Blau, aber wenig Nutzlicht. Es lohnt sich also, beim Ersatz durchgebrannter Lampen auf (Licht-)Qualität zu achten.

Und wie sieht es beim Kauf aus? Zweifellos lohnen sich Hochleistungsscheinwerfer in LED-Technik. So wie es in früheren Jahren sinnvoll war, Xenonlicht zu kaufen. Zum Mehr an Licht kommen bei ausgefeilten LED-Systemen noch überwiegend pfiffige Design-Effekte. Wer auf beides verzichten kann oder aus wirtschaftlichen Gründen will, bekommt mit der Standardausrüstung Halogen keinesfalls eine hoffnungslos veraltete und schwächliche Technik.

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  • 30.09.2018
    Hallo,
    leider bin ich komplett anderer Ansicht. Was ist teuer? Teuer ist, wenn ich waehrend der Lebensdauer eine gut konstruierten LED, mal angenommen mit nur 10.000h (das ist schon niedrig angesetzt) gegenueber 300h der Halogen ca. 33 x wechseln muesste, bei vielen Fahrzeugen mit total zugebauten Systemen, also sehr kundenunfreundlich konstruiert, an die Tankstelle oder in die Werkstatt fahren muesste. Und selbst wenn ich Ersatz dabei haette, sind die wenigsten in der Lage, an diesen zugebauten Fahrzeugen den Wechsel selbst durchzufuehren. Und wie wir weiter wissen, passiert das natuerlich immer nachts bei stroemendem Regen, Schnee und Eis oder anderem Mistwetter. Und dann von der eigenen Sicherheit oder anderer gar nicht zu reden. Und es waere ein Leichtes, heutige Halogen mit LED fuer die Umrurestung nachzubilden. Nein, da werden erst die Premiumfahrzeuge bedient, sonst wuerde ja der Markt zusammenbrechen. Und dann kommt noch das Totschlagargument Arbeitsplaetze. Lieber verschandeln wir die Umwelt statt durch den niedrigeren Verbrauch mitzuhelfen Abgase zu reduzieren. Auch koennte weniger Kupfer im Auto verbaut werden. Mich ueberfaellt jedenfalls die heilige Wut, wenn da der deutsche Michel schoen entwickelt, aber den Markt den Asiaten ueberlaesst. Schlafmuetzen, wohin man sieht. Ich hatte mal vor ca. 10 Jahren (?) Philips angesprochen, als der Boom mit LED losging. Da haben die „Chinesen“ doch tatsaechlich laengst gebrauchsfaehige LED verkauft, die man in die Kuechenleuchte und Nachttischlampe drehen konnte. Philips und Andere meinten da noch, das Groesste mit LED waeren ja Lichtorgeln und Spielereien mit Farbwechsellampen. Das haben die Asiaten mal eben nebenbei gemacht. Diese Energie haetten sie mal in die Entwicklung leistungsfaehiger LED fuer den taeglichen Gebrauch stecken sollen. Und das Resultat sieht man heute, wenn unrentable Sparten abgebaut werden und man alles den Asiaten ueberlaesst. Tolles Management!
    Werner Labuhn