Do it yourself?

Vorweg: Worüber wir hier heute sprechen, wird jedem von euch bekannt vorkommen. Aber sicherlich ist nicht jede oder jeder in der Lage, die beschriebenen Fehler selbst zu beheben. Das scheitert entweder an dem Auto, das ihr fahrt und bei dem sich bauartbedingt fehlerhafte Displays nicht einfach so beheben lassen, oder es scheitert an mangelndem technischem Geschick. Das ist nicht verwerflich, manche trauen sich Arbeiten an elektronischen Bauteilen einfach nicht zu, haben zwei linke Hände – oder möchten schlicht die Zeit nicht investieren. Deshalb gilt: Wenn ihr euch nicht sicher seid und für euer Modell keine vernünftige Anleitung im Netz oder den einschlägigen Foren findet, gebt Kombiinstrumente mit defekten Displays lieber an einen Fachbetrieb zur Reparatur. Dort bekommt man Garantie, und wenn die etwas kaputt machen, wird es ersetzt.

Der Wegfall von Informationen

Wer aber schon länger den schleichenden Tod einzelner Pixel in seinen Displays verfolgt und sich traut, selbst Hand anzulegen, der ist vielleicht mit einem geringen zeitlichen und finanziellen Aufwand sehr erfolgreich. Ich wecke eure Neugier einmal anhand zweier kleiner Infodisplays an einem alten Mercedes von 2001. Bei den Modellreihen gibt es ein großes, zentrales Display für diverse, am Lenkrad durchschaltbare Informationen. Dem geht es im Regelfall gut, da muss ich nicht ran. Aber links und rechts davon sind zwei kleine Pixelleuchten, die in klassischem Amber links die Außentemperatur und rechts die eingelegte Fahrstufe und die Uhrzeit verraten. Das sind keine eklatant wichtigen Informationen, deshalb nimmt man den partiellen Ausfall viele Wochen, wenn nicht gar Monate in Kauf. Aber irgendwann kommt der Perfektionist in mir dann doch durch, denn was ich habe, soll auch funktionieren. Auch wenn ich die Temperatur auf der Handyapp nachlesen und die Uhrzeit am Handgelenk sehen kann. Diese beiden Pixelfriedhöfe stören mich einfach, ich gucke da ständig drauf. Und es kommt eine Ahnung, wie man dem Problem beikommen kann. Denn je nach Außentemperatur ist das Problem mal schlimmer und mal weniger schlimm. Also lässt sich da vielleicht was richten?

Leiterfolie kann neu geklebt werden

Mit elektronischen Bauteilen, Platinen und Lötstationen kann tatsächlich nur der wirklich umgehen, der es mal gelernt hat. Manchmal ist die Lösung aber viel einfacher, und wenn man quasi nichts mehr zu verlieren hat (weil die Displays schon komplett unlesbar sind), gestatten einige Fahrzeugtypen auch einen unkonventionellen Weg, Pixelfehler in Displays selbst zu reparieren. Im Fall des Mercedes lässt sich das Kombiinstrument mit zwei langen Haken nach vorn herausziehen, und wenn das vordere Schutzglas vorsichtig abgenommen wurde, kommt man an die Rückseite der Platine heran. Dort sieht man schon das „Problem“ – die mehradrige Leiterfolie, welche die einzelnen Pixel ansteuert und mit den Informationen „an“ oder „aus“ versorgt, ist auf den Kontakten aufgeklebt. Dieser Klebstoff löst sich mit den Jahren, und die Folie hebt sich ab und hat keinen oder nur sporadischen Kontakt zur Platine. Mit einem guten Fön oder einer Heißluftpistole kann dieser Klebstoff vorsichtig erwärmt und „reaktiviert“ werden, die Folie wird mit leichtem Druck neu verklebt. Setzt man die Platine so behandelt mit einem zusätzlichen Stück Gummi zum Anpressen wieder ein, leuchten im besten Fall beide Displays wieder wie am ersten Tag.

Besser und teurer geht immer

Je nach Automodell werden im Netz außerdem neue Leiterfolien angeboten, welche die alten ersetzen und mit Geschick auf die schmalen Kontakte aufgelötet werden können. Das setzt allerdings schon etwas mehr Erfahrung voraus, ist aber immer noch erheblich preiswerter als die Revision im Fachbetrieb. Und am Ende des Tages wird dort auch nichts anderes gemacht. Wenn ihr also in eurem Kombiinstrument oder an anderen Stellen des Cockpits Pixelfehler habt, macht euch doch einmal schlau, ob die sich nicht leicht beheben lassen. Bei meinem Auto war es kein Problem, der Gesamtaufwand lag bei rund einer Stunde. Und wenn ihr den Instrumententräger schon mal raushabt, tauscht doch auch gleich die Glühlampen. Wir von Osram haben mit Sicherheit die richtigen für euch da. Denn der Herbst kommt schneller, als man wahrhaben will, und dann soll doch alles wieder schön beleuchtet sein, oder?

 

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