Bunt ist nicht mehr angesagt

Farben haben historische Bedeutungen, sie wecken Emotionen, sie erregen Aufmerksamkeit, sie kaschieren. Wer sich ein Auto kauft und sich bewusst für eine Farbe entscheidet, wird dabei von seinem Inneren gelenkt. In den vergangenen Artikeln habt ihr immer wieder erzählt, dass ihr bei einem Gebrauchtwagen farblich nicht so genau hinguckt. Wenn es sich bei euren Autos aber nicht um den schlichten Kombi handelt, der nur Arbeitstier ist und wegen des Wiederverkaufswerts zeitlos sein sollte – dann präsentieren wir ein paar farbliche Erkenntnisse. Die sind nicht wissenschaftlich und gelten nicht für jeden Einzelnen – aber vielleicht erkennt ihr euch oder Freunde wieder? Der Trend geht hin zu schlichten Farben. Heute sind die SILBERNEN Autos dran.

Der Wechsel der Lieblingsfarben

In den frühen 90ern, und das ist ja noch gar nicht soooo lange her, waren die meisten automobilen Neuzulassungen … rot! Ja tatsächlich, das hatte auch ich schon wieder verdrängt. Das hat sich im neuen Jahrtausend komplett verändert. Rot spielt eigentlich keine echte Rolle mehr, heute sind mehr als 75 % der Neuwagen entweder schwarz, silber/grau oder weiß! Und gerade Silber, wenn auch mit 28 % quasi gleichauf mit Schwarz liegend, ist gefühlt heute öfter an Autos zu sehen als jede andere Farbe. So oft, dass ich mir noch vor 10 Jahren vorgenommen hatte, niemals ein silbernes Auto zu fahren. Außer vielleicht einen DeLorean oder einen unlackierten Porsche 911, aber beide passen nicht so richtig in mein Budget. Dass es dann doch zwischendurch ein silberner Audi 100 wurde, verschweige ich oft, aber der hatte auch ein schwarzes Vinyldach … Nein, nein, der Lack vieler Neuwagen ist silber. Und viele Kunden entscheiden sich auch heute noch bewusst für diesen Farbton, nicht nur, weil sich das Auto dann besser wieder verkaufen lässt. Was sind die psychologischen Hintergründe dieses Farbtons?

Unauffällig oder wertig?

Nicht erst seit dem Kinofilm wissen wir, dass es mehr als 50 Schattierungen von Grau gibt. Und der Psychologe unterscheidet bei der Farbwahrnehmung auch klar zwischen Grau und Silber.

  • Grau steht eher für Bescheidenheit, nüchterne Vorgehensweisen und praxisorientiertes Handeln. Viele Massenfahrzeuge der 50er und 60er waren grau, sie standen für Sicherheit in oder nach unruhigen Zeiten, ihre Fahrer seien umsichtig unterwegs und würden sich an die Verkehrsregeln halten. Gute Idee – graue Autos lassen sich bei schlechtem Wetter fast nicht erkennen, ihre Signalwirkung ist gleich null.
  • Silber hingegen steht für Prestige, Eleganz und eine bestimmte Zugewandtheit in Richtung Zukunft. Da ist er wieder, der unlackierte DeLorean. Die Farbe von hartem Metall lässt das Auto wertig und schwer erscheinen.

Oder doch der Wiederverkaufswert?

Natürlich gibt es viele Menschen, die beim Kauf eines oder mehrerer Autos nicht auf ihren persönlichen Geschmack achten. Ordert ein Unternehmen eine ganze Flotte, werden alle Fahrzeuge vor allem gleich aussehen. Silber bietet sich an, denn es ist einigermaßen zeitlos, lässt sich im Gegensatz zu schrillen Trendfarben immer wieder gut verkaufen und bietet auch Werbeschriftzügen aller Farben eine gute Grundlage. Aber auch heute gibt es immer wieder Käufer, die Silber einfach schön finden. Warum auch nicht? Am Ende ist es alles Geschmackssache oder die Priorität beim Gebrauchtwagen liegt nicht auf den vorhandenen Farben, und Silber wird halt einfach „mitgenommen“. Bestimmt hat der eine oder andere von euch auch ein silbernes oder graues Auto, oder? Und? Was waren die Gründe für die Farbe? Erzählt es uns!

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  • Ja, ich bin auch ein „Silver Surfer“.
    Richtig, Silber steht für die Solidität von Metall, für „kühle Technik“.
    Und es ist absolut zeitlos. Im besten Sinne unmodisch.
    Silber steht Autos aus allen Dekaden, egal ob nüchterne 70er oder überbordende 50er.
    Und nicht zuletzt ist es schmutzunempfindlich. (Im krassen Gegensatz zu Weiß und Schwarz.)

    Rentnersilber? Mir lieber als bunte Kasparbuden von 18jährigen…

  • Silber ist halt einfach pflegeleicht. Es sieht nicht so schnell dreckig aus und leichte Kratzer sieht man auch etwas schlechter.

    Ich finde es gibt viel zu wenige bunte Autos. Ok meins ist auch schwarz aber ein bisschen Farbe wäre schön.