Nur ein kleiner Schritt zur vollen Beleuchtung?

Ich hasse das, wenn ich glaube, dass ein Schalter im Armaturenbrett eigentlich beleuchtet sein müsste, es aber nicht ist! Entweder weil er sowieso nicht beleuchtet ist, oder weil vielleicht das Lämpchen darin schon vor meiner Zeit seinen Geist aufgegeben hat und für meine Augen noch nie leuchtete. Nachdem ich den „entweder“-Fall für ein paar Fotos unter Einsatz meines ganzen Fingerspitzengefühls und eines kleinen Schraubendrehers durchspielte und nach 15 zerlegenden Minuten frustriert feststellen musste, dass die Belüftungsdüsen in meinem Auto tatsächlich nicht beleuchtet sind – widmete ich mich dem Lichtschalter, der bei meinem wie auch bei vielen anderen Autos drehbar und mit den Nebelscheinwerfern und der Nebelschlussleuchte kombiniert ist. Und wenn man ihn herauszieht, leuchtet er – nicht. Das will ich ändern.

Hinterher ist man immer schlauer

Wer sein Auto nicht in- und auswendig kennt, steht immer wieder vor kleinen Rätseln. Viele von ihnen gibt die Instrumentenbeleuchtung auf. So eine kleine Blende mit zwei drehbaren Schaltern (der zweite ist für die Leuchtweitenregulierung , hier noch manuell) ist doch schnell ausgehebelt, denkt der Selbstmacher. Und dann hakt doch irgendwo was. Mit viel Glück macht es dann irgendwann *schnirk* und alles ist raus, ohne zu zerbrechen. Wenn man die einzelnen Teile in der Hand hält, erschließen sich auch Metallspangen und kleine Nuten, die alles zusammenhalten. Hätte man vorher von ihrer Existenz und den kleinen Lücken, in die sich Schraubendreher lösend stecken lassen, gewusst – wäre alles kinderleicht zu zerlegen gewesen. Ich habe nun also einen dicken Kombidrehschalter in der Hand, klippse das Kabel hinten ab und ziehe den Drehknopf mit grüner Farbfolie gegen seinen Widerstand runter. Das allgemeine Problem: Kein Reparaturhandbuch erläutert diese kleinen Schritte, und im Netz hat sich noch niemand damit schriftlich befasst. Weil es zu banal – oder egal – ist. Also learning by doing.

Bajonettsockel? Na, da schau her.

Während hinten auf der Platine der Leuchtweitenregulierung kleine Lampen in Kunststoffsockeln stecken, sitzt tief in der hohlen Achse des Drehschalters eine defekte Halogenlampe, die so aussieht, als hätte sie wie bei Cockpitbeleuchtung üblich einen gesteckten Glassockel. Hat sie aber nicht, was ich beim leichten Ziehen mit einer kleinen Zange feststellen muss. Der Glaskörper löst sich vom Sockel, den ich erst mit einer Flachzange und leichtem Druck herausbekomme. An so einer schwer zugänglichen Stelle ein Bajonettsockel? Das erklärt, warum hier niemand Hand angelegt hat, als das Lichtlein erlosch. Der Aufwand war wohl zu groß. Der Sockel ist ein Ba7s, was für Bajonettsockel, 7 mm Durchmesser und einen einzelnen Fußanschluss (single) steht. 12 Volt 1,2 Watt. Bei der Markentankstelle meines Vertrauens verkauft man Chips und Whiskey, aber von diesem Lampensockel hat man noch nie etwas gehört. Auch beim Autozubehörladen um die Ecke lacht der Mann am Tresen nur und behauptet, dass er die Dinger nur aus ostdeutschen Mopeds kenne. Zu alt. Bekäme man nirgends mehr. Hallo? Der Kahn ist noch keine 21 Jahre alt! Beim Hersteller meines Autos müsste man die Lampe bestellen, eine einzelne kostet aber zweistellig!

Lernen und warten

Da es sich bei dieser Lampe nicht um ein lebenswichtiges oder sicherheitsrelevantes Accessoire handelt, stöbere ich die Tage mal ein bisschen im Netz und kaufe mir da gleich 10 Stück. Vielleicht treibe ich ja noch New Old Stock bei OSRAM auf. Aber jetzt ist meine Neugier geweckt, und ich werde auf die Suche nach weiteren defekten Lampen gehen, die ich vielleicht noch nie habe leuchten sehen. Spätestens wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, wird alles wieder schön strahlen. Kennt ihr diese vermeintlich unbeleuchteten Stellen in eurem Auto auch? Den Zigarettenanzünder? Teile des Cockpits? Das Handschuhfach? Spendet ihnen Licht. Wenn euer Auto nicht so alt ist wie meins, dann findet ihr im Sortiment von OSRAM alles, was ihr benötigt.

 

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  • Ba7s? Hatte ich auch noch nie gesehen. Im Lichtschalter ist das doch ein klarer Fall für eine (5mm oder 3mm-) LED (mit einem Vorwiderstand.) Gibts ja auch in warmweiß, so dass die Lichtfarbe nicht dramatisch von der des Glühlämpchens abweicht.