Eines gleich mal zu Anfang: Wir sprechen hier von dynamischem Kurvenlicht. Also einer Technik, bei der die Scheinwerfer den Lenkbewegungen folgen. Gern verwechselt wird sie mit dem Abbiegelicht , das gerade mal in Kreuzungen und Abzweigungen etwas mehr Ausleuchtung bringt. Seine Reichweite ist begrenzt, da es inzwischen nahezu ausschließlich aus Nebelscheinwerfern kommt.

Echtes Kurvenlicht hat eine weit größere Reichweite. In den meisten Systemen schwenken sowohl Abblend- als auch Fernlicht. Besonders wirkungsvoll ist das in langgezogenen Kurven, also überwiegend im Landstraßen- und Autobahnverkehr. Und dabei wiederum besonders in Rechtskurven. Warum das? Nun, führt die Straße nach rechts, blenden konventionelle Scheinwerfer – also jene ohne Kurvenlicht – den Gegenverkehr stärker. Das liegt am asymmetrischen Abblendlicht , das die rechte Straßenseite stärker beleuchtet . In Rechtskurven wandert aber dieser stärkere Teil der Lichtverteilung in Richtung Straßenmitte oder gar nach links – in den Gegenverkehr. Nicht so beim dynamischen Kurvenlicht. Das folgt zumindest teilweise dem Straßenverlauf und leuchtet die Kurve so aus, wie man es bei Geradeausfahrt kennt.

Schwenks nur bei Dunkelheit

Zumindest, wenn die Kurve nicht zu eng ist. Die Scheinwerfer dürfen nämlich dem Lenkeinschlag maximal 15 Grad folgen. Dieser Winkel passt allerdings gut zu den Kurvenradien  auf Überlandstraßen. Größere Schwenkbewegungen lassen die Vorschriften aus mehreren guten Gründen nicht zu. Hektische Lenkradbewegungen würden irritierende Lichteffekte erzeugen. Oder das Licht könnte plötzlich ganz aus dem Blickfeld des Fahrers verschwinden, wenn beispielsweise auf glatten Straßen größere Korrekturen notwendig werden.

Es gibt noch weitere Beschränkungen, für die es ebenfalls logische Gründe gibt. So bewegen sich die Scheinwerfer im Stand nicht. Sie müssen auch in die Ausgangsposition zurückkehren, wenn das Auto mit eingeschlagenen Rädern zum Stehen kommt. Beides verhindert, dass das Licht versehentlich in Richtung Gegenverkehr leuchtet.

Ohne dass es Pflicht wäre, sind die meisten dynamischen Kurvenlichtsysteme so gesteuert, dass sich die Scheinwerfer nur bei Dunkelheit bewegen. Beim Einsatz der Hauptscheinwerfer als Tagfahrlicht braucht es ja kein Kurvenlicht. Der über einen Dämmerungssensor gesteuerte Verzicht auf das Schwenken mindert den Verschleiß der Mechanik.

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