Volle Karre, Licht im Himmel?

Es dämmert, die Jungs und Mädels haben sich auf die Sitze verteilt, die Getränke und der Grill mit Kohle und Geschirr sind im Kofferraum verstaut. Der Wagen hängt ganz schön durch. Auf zur Party. Aber nanu, der linke Scheinwerfer leuchtet mehr wie das Laserschwert von Luke Skywalker in den Himmel als auf die Straße vor uns? Die Leuchtweitenregulierung ist ganz klassisch kaputt oder ausgefallen. Das ist unschön, denn über dem Horizont bringt uns das Abblendlicht nichts und entgegenkommende Fahrzeuge werden stark geblendet. Spätestens wenn die Hauptuntersuchung ansteht, wird es brenzlig, denn die Regulierung der Leuchtweite muss funktionieren.

Vorschrift, Theorie und Praxis

Seit 1990 müssen Neuwagen mindestens eine manuelle Leuchtweitenregulierung haben. Manuell bedeutet, dass ein Dreh- oder Schieberegler am Armaturenbrett entweder mit Unterdruck oder über einen Stellmotor die Reflektoren in den Scheinwerfern handbetätigt kippt. Wie weit, liegt „im Auge des Betrachters“. Nach der Jahrtausendwende wurden immer mehr Sensoren verbaut, die den Neigungswinkel der Karosserie zum Fahrwerk messen und die Scheinwerfer automatisch korrigieren. Diese Technik ist heute völlig normal und funktioniert von uns unbemerkt – es sei denn, etwas ist nicht mehr in Ordnung. Wenn eine Seite nicht mehr funktioniert, lohnt sich erst einmal ein Blick hinter den Scheinwerfer. Vielleicht ist das Problem schnell behoben.

Viele Gründe für einen Defekt

Dass bei Beladung die Leuchtweitenregulierung nicht mehr nachjustiert, kann mehrere Gründe haben:

  • Die Sicherung ist durchgebrannt.
  • Der Stecker auf dem Stellmotor ist korrodiert.
  • Der Stellmotor ist defekt.
  • Die Verbindung vom Stellmotor zum Reflektor ist ausgehakt.

Neben den Systemen mit Stellmotoren gibt es auch noch Unterdrucksysteme oder hydraulische Verstellungen. Wir werfen heute einmal einen Blick auf einen klassischen Stellmotor, der in einem Linsenscheinwerfer der 90er-Jahre eingebaut ist. Und zwar so, dass man von außen noch gut rankommt.

Der Witterung ausgesetzt

Das Problem aller Scheinwerfer und der sie umgebenden Bauteile ist die Witterung. Der Motor strahlt Wärme ab, der Fahrtwind ist kalt, Regen und Schnee nagen an den Leitungen und Gummis. Wenn die betroffene Sicherung im Sicherungskasten okay ist, kann man als Nächstes den Stecker des Stellmotors lösen und alle Kontakte säubern. Führt auch das nicht zu einem Ergebnis, bleibt nur noch die Demontage des vermutlich defekten Stellmotors. Bei Autos, die älter als 10 Jahre sind, kosten Neuteile rund 80 €, gebraucht bekommt man sie schon für 10 €. Einige neue Scheinwerfer müssen bei einer defekten Leuchtweitenregulierung komplett getauscht werden, das wünsche ich euch natürlich nicht …

Und schon „klappt“ es wieder

Als ich die Fotos für diesen Blog machte, habe ich festgestellt, dass die Fahrerseite, von mir bisher unbemerkt, tatsächlich defekt ist. Da wird wohl ein neuer Stellmotor fällig. Dafür ist auf der rechten Seite die H1-Lampe durchgebrannt, aber das ist eine andere Geschichte. Ich habe alles gesäubert und wieder zusammengebaut. Im Bestfall kippt also der Reflektor rauf und runter, wenn man am Leuchtweitenschalter dreht. Das lässt sich am Lichtkegel nachverfolgen, auch muss der sichtbare Spalt zum Scheinwerfergehäuse hin breiter oder schmaler werden. Probiert es einmal aus. Kommt man bei eurem Auto noch an den Motor oder die Unterdruckschläuche heran? Viel Erfolg und allzeit gute Sicht!

Hier die Anleitung in Schritten:

Der Stellmotor, ausgebaut. In diesem Fall ging das einfach.

 

Der Stellmotor sitzt meistens seitlich hinten am oder im Scheinwerfer.

 

Der Stellmotor vom Kühlergrill aus. Der Stecker lässt sich leicht lösen.

 

Wenn der Stecker ab ist, kann der Motor ausgeklinkt werden.

 

Je nach Fahrzeug kippt der Reflektor bei der Verstellung.

 

Der Spalt im Scheinwerfer ist je nach Stellung mehr oder weniger breit.

 

Allzeit gute Sicht.

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