Die Scheinwerferlampen gewechselt und nicht mit dem Licht zufrieden? Dann ist womöglich Ungeduld im Spiel. Neue Lichtquellen bringen nämlich erst nach ein paar Stunden Einbrennzeit die volle Leistung und auch ihre vorgesehene Lichtfarbe. Das gilt besonders für Xenonlampen.

Käufer von Upgrade-Lampen für Autoscheinwerfer wollen mehr Licht haben und oft auch eine andere Lichtfarbe, in aller Regel mehr Blau. Gleich nach dem Wechsel heißt es dann, vor das Auto zu treten und in die Scheinwerfer zu blicken. Aber statt eines „Boah ey, wie geil“ setzt oft Ernüchterung ein. Dafür gibt es – jenseits zu hoher Erwartungen – mehrere Gründe.

Beurteilung bei Tageslicht ist kritisch

Zunächst sollte man Autolicht nicht von außen beurteilen, sondern dazu auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich ein gutes Bild von der Performance der Scheinwerfer zu machen. Selbst ausgewiesene Lichtexperten bemerken übrigens einen Lichtzuwachs erst, wenn er über etwa 30 Prozent liegt. Und bei Tageslicht kommt selbst der schönste bläuliche Ton nicht so richtig zum Tragen. Die Konkurrentin Sonne ist dabei einfach stärker.

Doch es gilt, nicht gleich in den ersten Minuten nach Inbetriebnahme einer neuen Lichtquelle enttäuscht zu sein. Alle Autolampen brauchen eine bestimmte Betriebszeit, um ihre versprochenen Daten auch liefern zu können. Das ist wie beim kompletten Auto, dessen Motor und andere Teile ja erst eingefahren werden müssen. Bei Lampen nennt sich der Vorgang Einbrennzeit. Sie beträgt bei Halogenlampen ein bis zwei Stunden. Wer Xenonlicht hat, sollte sich zehn bis 20 Stunden gedulden. Und selbst der modernen LED-Technik tun ein paar Dutzend Stunden gut.

Einbrennen sogar vorgeschrieben

Solche Zeiten werden auch bei Messungen an Autolampen berücksichtigt. Die Zulassungsprüfung von Glühlampen darf beispielsweise erst erfolgen, wenn diese mindestens eine Stunde in Betrieb waren. Xenonlampen müssen gar 15 Stunden auf dem Brenner haben, bevor ihre Daten überprüft werden. In dieser Zeit verändert sich das Licht durchaus sichtbar. Beispielsweise verschiebt sich die Farbtemperatur der Xenarc Cool Blue Intense deutlich in Richtung kälter. Das gilt vor allem für die Typen D1 und D2. In manchen Projektionsscheinwerfern fällt auf, dass die Lichtverteilung nach der Einbrennzeit noch homogener geworden ist, als es Xenon von Anfang an ohnehin bietet. Mit dem Check von LED-Lichtquellen dürfen die Prüfstellen gar erst nach einer Betriebszeit von 48 Stunden beginnen. Das steht so in den ECE-Vorschriften.

Es lohnt sich also, etwas Geduld mit Fahrzeuglampen zu haben. Damit das Ende der Einbrennzeit schneller erreicht wird, empfiehlt sich bei neueren Autos auch am Tag das Fahren mit Abblendlicht statt Tagfahrlicht.

Link zur Regelung

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