Xenonlampen

Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und auch Xenonlampen enthalten Quecksilber. Doch die Autolampen gibt es auch ohne. Für umweltbewusste Menschen stellt sich die Frage der Umrüstung.

Eines schon mal vorweg: Nein, es geht leider nicht. Mehr zum Warum später. Gründe für eine Umrüstung gäbe es. Quecksilber ist gesundheitsschädlich. Deshalb wurde seine Anwendung in der Europäischen Union und anderen Weltregionen für die meisten Anwendungen verboten oder zumindest sehr eingeschränkt. So eben auch in Xenonlampen, wobei im Bereich des Autolichts anfangs sogar freiwillig darauf verzichtet wurde. Treibende Kraft dabei waren Japan und seine Autoindustrie. Thunfische reichern das schon bei Raumtemperatur flüssige Metall besonders stark an und die Fische sind nun mal eine der Leibspeisen der Japaner. Aber das nur nebenbei.

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts begannen OSRAM und andere bedeutende Hersteller von Xenonlampen mit der Entwicklung und Produktion von Lampen ohne das silbrig glänzende Metall. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die neuen Typen D3 und D4 bringen das gleiche gute Licht wie die älteren D1 und D2. Keine Nachteile also. Der Gedanke liegt nahe, beim Austausch die neuen Lampen einzusetzen.

Andere Betriebsspannung

Es geht aber leider nicht. D1 und D2 arbeiten mit einer Betriebsspannung von 90 Volt. Die quecksilberfreien Typen werden mit nur rund der Hälfte gespeist. Das hat physikalische Gründe und mit der Zusammensetzung des Gases und der Salze in der Lampe zu tun. Die Industrie hätte die Austauschbarkeit ansonsten gern realisiert. Einen älteren Scheinwerfer auf die neue Betriebsspannung umzurüsten, bedeutete den Austausch der Steuergeräte und den Umbau der Fassung für die Lampe. Die Lampensockel sind nämlich verschieden, damit niemand versehentlich eine falsche Lampe einsetzt. Die Kosten einer solchen Umrüstung lägen jedenfalls wohl in der gleichen Größenordnung wie der Preis eines neuen Scheinwerfers.

Viele Autos werden schon seit Jahren nur noch mit D3, D4 oder den (seltenen) 25-Watt-Versionen D5 und D8 ausgeliefert, die alle frei von Hg sind. Die Abkürzung steht für das chemische Zeichen von Hydrargyrum, was Quecksilber auf Latein ist. In Neufahrzeuge dürfen die alten Typen nicht mehr eingesetzt werden. Für den Ersatzbedarf sind ältere Xenonlampen aber unbegrenzt weiter zulässig. Das ist die erste gute Nachricht.

Die zweite betrifft die Gefahren durch Quecksilber in Xenonlampen. Sie liegen sehr deutlich unter der von Leuchtstoff- oder Energiesparlampen. Erstens ist in einer D1 oder D2 sehr viel weniger Quecksilber enthalten. Außerdem werden die meisten Xenonlampen in Werkstätten ausgetauscht, wo die Altteile (hoffentlich) umweltgerecht entsorgt werden. Haushaltslampen mit Quecksilber landen dagegen sehr häufig im normalen Müll. Zudem konnte OSRAM die Menge des für den Menschen schädlichen Metalls in den alten Lampentypen senken. Was die dritte gute Nachricht ist.

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder