Bei Autoscheinwerfern gibt es zwei verschiedene Grundtypen, Projektions- und Reflektionssysteme. Die Unterschiede zwischen beiden haben Einfluss auf die Wahl der besten Lampe. Welcher Typ verbaut ist, lässt sich recht einfach erkennen.

Nein, die Grundtypen heißen nicht Halogen, Xenon oder LED. Alle drei Lichtquellen können sowohl per Projektion als auch per Reflektion auf die Straßen leuchten. Ganz leicht zu erkennen sind Projektionssysteme. Eines ihrer wesentlichen Teile ist nämlich eine Linse. Man könnte sie sogar Objektiv nennen, denn durch sie wird das Licht sehr ähnlich verteilt, wie es in einem Dia- oder Filmprojektor geschieht. Das zweite Erkennungsmerkmal ist, dass die Lampe von außen nicht sichtbar ist. Sie sitzt nämlich hinter der Linse.

Projektions- oder Linsenscheinwerfer gibt es seit den 1980er-Jahren. Sie sind recht weit verbreitet, weil sie zusätzlich zum Abblend- und Fernlicht weitere Funktionen ermöglichen. Dazu gehören unterschiedliche Lichtverteilungen für Stadt, Landstraße und Autobahn oder auch Kurvenlicht.

Wesentlich länger schon gibt es Reflektionssysteme. Der namensgebende Reflektor ist ihr Erkennungsmerkmal. Er ist von außen sichtbar und bündelt das Licht. Heute erzeugt er zusätzlich die Lichtverteilung. Bei älteren Scheinwerfern passiert Letzteres noch in einer Streuscheibe, durch die der Reflektor nicht ganz so gut zu sehen ist wie durch die modernen klaren Abschlussscheiben.

Auch wenn Reflektionssysteme seit Anbeginn des automobilen Zeitalters Licht für die Nachtfahrt geben, sind sie dennoch nicht veraltet. Vor allem große Reflektor-Scheinwerfer sind den Projektionssystemen zumindest ebenbürtig, wenn nicht überlegen. Dies gilt vor allem, wenn Upgrade-Lampen in ihnen stecken, deren Konstruktion das Wirkprinzip unterstützt. Im Sortiment von OSRAM sind das die Lampen aus der Serie Night Breaker. Sie sind auf höchstmögliche Leuchtdichte (Luminanz) optimiert. Sprich: Ihre hellsten Stellen sind sehr klein. Die optischen Eigenschaften des Reflektors oder auch der Streuscheibe können dadurch das Licht mit Vorzug auf den wichtigen Stellen der Straße konzentrieren.

In Scheinwerfern mit Linsen, also Projektionssystemen, funktioniert dieses optische Verfahren nicht. Hier sorgen die Linse und weitere Bauteile bereits dafür, dass das Licht optimal an die richtigen Stellen verteilt wird. Für eine höhere Performance bräuchte es einen höheren Lichtstrom. Den begrenzen jedoch die Zulassungsvorschriften. Sie erlauben allerdings eine gewisse Toleranz von zehn Prozent, um die Produktion zu erleichtern. Wer wie OSRAM seine Maschinen im Griff hat, kann recht nahe an die obere Toleranzgrenze gehen. Das geschieht bei den Lampen der Serie 2.0, die denn auch die beste Wahl für mehr Licht in Projektions-Scheinwerfern sind.

Das bisher Gesagte gilt wohlweislich für Halogenscheinwerfer. Bei welchen mit Xenontechnik ist es anders. Jene mit Reflektoren lassen sich mit Upgrade-Lampen nur in Richtung Farbtemperatur verändern. Bei der eigentlichen Lichtleistung sind sie – wie generell bei Xenon – ohnehin an der Grenze des rechtlich Zulässigen. Projektionssysteme können dagegen von den Lampen aus dem Sortiment Xenarc Night Breaker profitieren. Wieder nutzt Osram bei ihnen zulässige Toleranzen aus. Diesmal passiert das nicht beim Lichtstrom, sondern bei der Positionierung des Lichtbogens.

Toleranzen ausreizen können seriös übrigens nur Markenhersteller, die ihre gesamte Produktion und die darin vielleicht auftretenden Abweichungen perfekt im Griff haben. Bei anderen führt das Resultat in aller Regel zu mehr Blendung, wobei die Vorteile für die eigene Sicht noch nicht einmal garantiert sind.

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