Eine Marken-Xenonlampe für 15 Euro oder ein Originalscheinwerfer in LED-Technik für einen Hunderter – nicht nur Webshops bieten so etwas an. In aller Regel handelt es sich bei Teilen mit solchen Spottpreisen um gefälschte Ware. Neben Misstrauen helfen ein paar Tipps zur Erkennung.

Das Risiko, Fake-Ware zu bekommen ist gar nicht klein. Gefälschte Ware gelangt nicht nur in Form von T-Shirts mit Krokodilen oder Handtaschen Mailänder Edelausstatter gleich containerweise nach Europa. Hin und wieder beschlagnahmen Zöllner eine solche Ladung und es waren auch schon zehntausende Scheinwerferlampen mit Aufschriften großer Marken in ihrer „Beute“. Wer tiefer in die Handelswege solcher Ware eintaucht, findet im Internet Angebote über 100 H4-Lampen für unter 50 Euro. Auf Nachfrage bieten die Liferanten eine „Aufschrift nach freier Wahl“ an.

Die so genannte Geometrie ist das häufigste Problem.

Anders als bei Kleidung oder Handtaschen, haben die gefälschten Markenlampen oftmals einen sehr geringen Nutzwert. Gewiss, sie leuchten. Irgendwie, irgendwo hin. Die so genannte Geometrie ist das häufigste Problem. Die Glühwendeln sitzen nicht so exakt, dass der Scheinwerfer eine genaue Lichtverteilung liefern kann. Manchmal – und wenn wenigstens genügend Licht aus der Lampe kommt – kann man die Geometriefehler über die Scheinwerfereinstellung ausgleichen. Nur kostet die mehr als die Ersparnis beim Kauf ausmacht. Grundsätzlich aber darf niemand bei den genannten Preisen eine auch nur annähernd ähnliche Qualität erwarten, wie sie beispielsweise OSRAM garantiert. So muss jede einzelne Halogenlampe des Herstellers unter anderem fünf Mal im Produktionsprozess zur Qualitätskontrolle aufleuchten.

Weiße Verpackungen enthalten selten echte Ware.

Wie, aber, lassen sich fragwürdige Angebote erkennen? Ein klarer Auslöser für Misstrauen ist natürlich ein extrem niedriger Preis. Eine Xenonlampe von einem Markenhersteller wie OSRAM ist nicht für den Preis zweier guter Halogenlampen zu bekommen. Und eine H7 für einen Euro hat nie die Maschine in einem Werk der seriösen Produzenten gesehen. Wer so etwas dennoch bestellt, bekommt das Produkt oftmals in einer neutralen weißen Verpackung geliefert. Die ist ein untrügliches Zeichen, dass sie ein gefälschtes Produkt enthält. Zwar waren auch schon mal tatsächlich echte Teile in solchen Kartons auf dem Markt; Doch dann handelte es sich um Ware, die irgendwo den Besitzer illegal gewechselt hat. So etwas machte den Kauf nicht besser.

Zu Misstrauen Anlass gibt es auch, wenn der Verkäufer bereits auf das Fehlen der Originalverpackung hinweist und das mit „Bulk-Ware“ begründet. Bulk steht gemeinhin für eine Art Großverbraucher-Charge. Die seriösen Hersteller von Autolampen liefern die aber ausschließlich an die Produzenten von Scheinwerfern, nicht den Ersatzteilhandel.

Wer solch eine Lieferung nicht gleich zurückschickt und einen Blick auf die Lampe selbst wirft, wird vielleicht auf weitere Ungereimtheiten stoßen. Schlampige Prägungen des (guten) Markennamens auf dem Sockel von Halogenlampen etwa. Oder Schreibfehler wie „Oram“ oder „Phillips“.

Besser als die Rücksendung der Fake-Ware ist natürlich, sie gar nicht erst zu kaufen. Glücklicherweise ist die mangelnde Seriosität mancher Angebote mit etwas Sorgfalt zu erkennen. Das große Logo von Osram mit einem deutlich kleineren davor gesetzten „wie“ ist so ein Fall. Oder die Angabe „entspricht Osram“, gefolgt von der Nummer. Garantiert nicht echt ist eine für den Straßenverkehr zugelassene Lampe, deren Farbtemperatur bei 10000 Kelvin liegen soll.

Onlinecheck schafft Klarheit.

Besonders ärgerlich ist gefälschte Ware, die den vollen Preis der echten kostet. Bei zwei Xenonlampen kann schon ein schönes Sümmchen zusammenkommen. Wer bei solchen Lampen von OSRAM Zweifel an der Echtheit hat, kann diese über das Trust Programm im Internet überprüfen. Nur wenn der Server von OSRAM bestätigt, dass unterschiedliche Nummern auf Verpackung und Lampen zusammenpassen, handelt es sich um ein echtes Produkt. Bei gleicher Gelegenheit kann die Xenonlampe auch für die vierjährige Garantie registriert werden. Mit einer solchen kann Fake-Ware übrigens auch nicht dienen.

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