Die Grundform von Scheinwerfern an Autos blieb über Jahrzehnte ähnlich und erlebt erst jetzt durch den Einsatz von LEDs eine gestalterische Renaissance. Bei Rückleuchten hingegen hat man sich schon immer gern ausgetobt. Zwischen den 50ern und heute liegen viele Auf- und Abbewegungen in Größe, Form und Funktion. Der Osram Autolichtblog hat sich auf die Reise gemacht und zeigt euch alte, vergessene und neue Lampenformen. Denn auch „ein Rücken kann entzücken“. Das Heck eines Fahrzeugs mit seinen Rückleuchten ist mindestens so charakteristisch wie seine Front. Und bei dem einzigen ur-amerikanischen Sportwagen sind die traditionellen vier Rückleuchten zusammen mit den Klappscheinwerfern unverkennbar, sexy und zeitlos. Chevrolets Corvette wurde mit der C5 satte 50 Jahre alt!

„Die Karre aus Plastik“ wird das schlanke, schnelle Ding gern von denen genannt, die meistens noch nie eine gefahren sind. „Die Amis können nur gut geradeaus fahren, Fahrwerk können die nicht.“ Jaja. Gähn. Als 1953 die erste Corvette als Zweisitzer mit einer Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff auf den Markt kam, waren die Maßstäbe für einen „Sportwagen“ auch noch anders als heute. Aber das blieb irgendwie in den Köpfen einiger hängen. Ab der zweiten Generation trägt das Auto mit der langen Haube und dem ewigen Small-Block-V8 drunter die charakteristischen vier Rückleuchten, die mal mehr und mal weniger rund sind. Je nach Zeitgeschmack. Spätestens ab der C4 aus den 80er-Jahren genügt auch das Fahrwerk den verwöhnten deutschen Testfahrern, und der schnelle Chevy ist endgültig im Olymp der Sportwagen angekommen.

Kein Auto für Sammler, sondern ein preiswerter Sportwagen, den sich im Prinzip jeder leisten kann.

Sehr zu Recht. Unser Fotomodell der fünften Generation von Veit Ringlein sieht von allen Seiten einfach sexy aus. Die vier Rückleuchten liegen eher elliptisch flach im charakteristischen Heck und betonen die Kraft optisch, die akustisch aus den zwei armdicken Tröten darunter rausdonnert. Bremslichter und Rückleuchten liegen nebeneinander, Rückfahrleuchten und Blinker sind hälftig darunter integriert. Schlicht und schön. Die nicht mehr ganz so cokebottelige Karosserie (die C3 sah einfach sündig kurvig aus) ist die breiteste bis heute gebaute Corvette und lässt sich mit dem 5,7-Liter-Small-Block und mehr als 500 Nm auf knapp 300 km/h drücken. Sagenhaft. Aber auch beim entspannten Cruisen lebt ein längst ausgeträumter amerikanischer Traum wieder auf. Kein Auto für Sammler, sondern ein preiswerter Sportwagen, den sich im Prinzip jeder leisten kann. So wie einst der Ford Mustang konzipiert war. Leider sind sowohl der als auch die siebte Generation der Corvette inzwischen ein wenig verfettet. Und runde Rücklichter gibt es beim Chevy heute auch nicht mehr.

Ein zeitloses Auto, das ein bisschen aus der Zeit gefallen ist.

Mit der C5 feierte Chevrolet 2003 das 50 Jahre andauernde Bestehen seines Sportwagens, und das ist ja inzwischen auch schon wieder 15 Jahre her. Wie die Zeit vergeht. Veit schaltet das Licht ein, winkt aus dem offenen Auto und verschwindet fast schon kitschig am Horizont. Jetzt fehlt nur noch, dass aus einem Radio irgendwoher Bon Jovi dröhnt. Vier Bremslichter leuchten vor der Kurve kurz auf. Ja, das lässt sich auch nach mehreren 100 Metern noch als Corvette identifizieren. Ein zeitloses Auto, das ein bisschen aus der Zeit gefallen ist. Klasse.

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