Der umgangssprachliche Blinker ist „eine lichttechnische Einrichtung an Kraftfahrzeugen und dient Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr zur Information über eine Änderung der Fahrtrichtung oder die Ankündigung hierzu. In der Regel ist dieser als Blinklicht umgesetzt.“ So weit die Definition. Es ist noch gar nicht soooo lange her, dass Blinkleuchten weniger wahrgenommen und auch seltener wirklich gebraucht wurden. In unserem kleinen Dreiteiler beleuchten wir die historische Entwicklung der Neuzeit an verschiedenen Beispielen und erklären ein paar skurrile und weitestgehend unbekannte Grundlagen zu dem, was heute orange an- und ausgeht. Wir setzen fort mit: Blinker um die Autoecken herum. Viel Spaß.

Blinker um die Autoecken herum

Laut StVZO sind an einem „normalen“ Kraftfahrzeug (also keinem Lkw oder Anhänger o. Ä.) ein Paar Blinker vorn und hinten vorgeschrieben. Von Seitlichkeit steht da nichts. Laut ECE müssen ab bestimmten Baujahren auch zwei seitliche Blinker vorhanden sein. Googelt das mal, die Diskussionen darüber in den Foren sind mindestens unterhaltsam, zuweilen auch absurd. Es geht heute gar nicht um das, was muss oder nicht muss. Sondern um das, was sich aus den Kundenwünschen heraus in den Köpfen der Designer entwickelt hat. Waren noch in den 70ern Blinker nur vorn und hinten völlig normal, wanderten später Ableger seitlich in die Kotflügel. Oder die Blinkleuchten wurden so gestaltet, dass sie um die „Ecke“ des Fahrzeugs herumgezogen und damit auch von den Seiten aus sichtbar waren. Das ist übrigens auch ECE-konform.

Eskapaden der 90er: großflächige Blinkleuchten

Natürlich macht, mit gesundem Menschenverstand betrachtet, ein seitliches Blinken auch Sinn. Stehe ich als Fußgänger oder Radfahrer neben einem Fahrzeug, möchte ich schon gern wissen, ob es gleich abzubiegen gedenkt. Also, der Mensch da am Steuer. So kann ich mich auf ein Übersehenwerden einstellen und entsprechend vorsichtig sein. Es ist uns in den vergangenen Jahrzehnten nicht wirklich bewusst aufgefallen, wie sich Blinkleuchten langsam ums Auto herumgeschlichen haben. Oder? Besonders in einigen Eskapaden der 90er kann man herzlich über die Bemühungen, großflächige Blinkleuchten irgendwie in ein unbeholfenes Design zu integrieren, laut lachen. Ich habe euch aus diesem Grund einmal meinen Wintercruiser als Demonstration herausgesucht, das Modell hatten wir ja auch schon in der Hall of Fame der Autogesichter. Keine Ahnung, wie der sich in meinen Besitz schleichen konnte. Hier wird aber fein demonstriert, wie die vorderen und hinteren Blinkleuchten um die Karosseriekanten herumgezogen werden, zusätzlich unterstützt von kleinen Lampen in den Seiten der Kotflügel.

Geschmacklich sicherlich nicht ganz auf der Höhe der Zeit, aber so waren sie, die 90er. Heute ist es völlig normal, dass Autos überall blinken. Irgendwie anders als damals, dafür aber gefühlt rundum. Bevor wir uns im dritten Teil mit diesem neuen Phänomen auseinandersetzen, verdrücken wir erst einmal zwei Tränchen:

  1. Das erste darüber, dass sowieso immer weniger Autofahrer überhaupt den Blinker benutzen. Das ist statistisch inzwischen bewiesen.
  2. Und das zweite darüber, dass die Leichtigkeit des vergangenen Jahrtausends vorbei ist. Drei Blinkleuchten links, drei rechts. Lampen tauschen in drei Minuten. Aber das ist eine andere Geschichte.

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  • Na mehr als 3 Blinker pro Seite sehe ich auch an heutigen PKWs nicht. Nur dass die Seitenblinker vom Kotflügel in den Außenspiegel gewandert sind. Und die seitliche Sichtbarkeit hat man aufgrund der gerundeten Frontpartien oder winziger LEDs innerhalb der Hauptscheinwerfer (Seat Leon) wieder aufgegeben.
    Warum blinkt der Scorpio ohne ganz auszugehen? (Also mit eindeutig sichtbarem Restlicht in den Dunkelphasen). Ich kenne das nur von (älteren) US-Autos vorn.