Glühlampen von Fern- und Abblendlicht muss man hin und wieder wechseln. Was noch in den 70ern der freundliche Tankwart gemacht hat, macht man heute am liebsten selbst. Der Selbstschrauber wird allerdings immer mehr entmündigt, je neuer die Autos werden. Das kann man mögen (weil damit auch viele selbstverzapfte Fehler vermieden werden), das kann man aber auch nicht so schön finden. Denn wer hier und da selbst Hand an sein Auto legt, hat einen guten Überblick, wie es dem kleinen vierrädrigen Freund so geht. Von vorn sind uns viele Scheinwerfer der Autos im Alltag bekannt. Von hinten aber nur wenige. Wir zeigen euch in dieser Serie ein paar Beispiele, angefangen von einer schon fast historischen H4-Konstruktion bis hin zu Xenon. Letztere sollte man eigentlich nicht selbst wechseln.

Fangen wir also ganz simpel an. Und zwar in den 70ern, wo der freundliche Tankwart aus dem ersten Absatz das Öl kontrollierte, die Scheiben reinigte und nach dem Satz „Oh, da leuchtet aber einer der Hauptscheinwerfer nicht mehr“ nach wenigen Minuten eine nagelneue Lampe eingebaut hatte. Einfach so. Weil das sein Service war. Heute bekommt man an der Tankstelle vor allem Alkohol, Zigaretten und Handyzubehör. Wer nach einer Flasche Öl oder einer Glühlampe fragt, wird schräg angeguckt. Aber ich will nicht schimpfen, wir Kunden sind es ja anscheinend, die heute die ganze Nacht Lebensmittel und weiche Drogen kaufen wollen. Und seit wir selbst tanken, müssen wir eben auch unsere Lampen am Auto selbst wechseln. Bei meinem – inzwischen vielleicht schon dem einen oder anderen von euch bekannten  – Testobjekt ist das immer noch denkbar einfach. Eben die 70er.

Unter der schweren Motorhaube ist kein mit Plastik gekapselter Klotz, der die Rückseite der Scheinwerfer mit Nebenaggregaten verbaut. Da ist ein Eisenschwein drin, und rund um das Eisenschwein ist eine Menge Platz. Zwischen Motorblock und Scheinwerfer passt locker noch eine kleine Einbauküche, ich komme ohne Verrenkungen und ohne mir die Handgelenke dreimal brechen zu müssen an alles ran. Das ist schon mal nicht üblich. Der Stecker mit den drei Kontakten hinten auf der handelsüblichen H4-Lampe ist ratz, fatz abgezogen, danach lässt sich die Gummikappe mit sanftem Zug lösen. Die verhindert, dass durch die Öffnungen Feuchtigkeit (oder Spinnen) in den Scheinwerfer eindringen. Direkt darunter sitzt auch schon die dicke, runde Metallspange, die ich durch Drücken und Drehen aus ihren Nuten entriegeln und herausnehmen kann.

Und schwupps, habe ich die Lampe in der Hand. Bitte niemals am Leuchtkörper, immer nur am Sockel anfassen. Defekte H4-Lampen erkennt man beim Betrachten gegen den Himmel oder eine Lichtquelle schon am durchgebrannten Glühfaden. Die Neue ist genauso schnell drin, falsch oder verdreht geht nicht (oder nur mit roher Gewalt), denn sie passt nur in der richtigen Ausrichtung. Verschluss draufgedrückt und gedreht, Gummilippe drüber und Stecker drauf. Eine Aktion von nicht einmal fünf Minuten. Wenn die kleine 4W-Standlichtlampe ebenfalls durchgebrannt ist, lässt sich die durch einen 90-Grad-Dreh mitsamt Fassung aus dem Scheinwerfergehäuse herausdrehen und austauschen. Bei einigen Handgriffen, Fortschritt hin oder her, wäre ich froh, wenn sie so einfach blieben. Aber es geht auch anders. Davon werden wir euch in den kommenden Geschichten erzählen. Bleibt dran.

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