Testberichte in Fachzeitschriften sind für alle Arten von Produkten wichtig. So auch, wenn es um Scheinwerferlampen geht. Deren Beurteilung ist allerdings nicht ganz einfach und so können sich Fehleinschätzungen einschleichen. Das ist in letzter Zeit vereinzelt geschehen.

Autofans neigen dazu, in vielleicht zehn Metern Abstand vor dem Auto stehend in die Scheinwerfer zu blicken und das Licht zu begutachten. Auf diese Idee käme kein Experte. Der schaut nämlich ausschließlich in die Richtung, in die der Scheinwerfer leuchtet. Er würde aber auch nie sein Augenmerk auf Stellen richten, die nur ein paar Meter vor dem Auto liegen. Dort braucht es nämlich kein oder nur wenig Licht. Auf ein Hindernis, das erst in einer so geringen Entfernung auftaucht, kann kein Fahrer bei üblichen Geschwindigkeiten reagieren. Deshalb sind Hochleistungslampen auf Stellen optimiert, die zwischen 50 und 75 Metern vor dem Auto liegen.

Nun gibt es aber unerfahrene Lampentester, die eine gute Ausleuchtung des Nahbereichs erwarten. Liefert eine Lampe die, fehlt das Licht aber an den für die Sicherheit wichtigen Stellen in größerer Entfernung. Die Menge des Lichts ist nämlich durch Vorschriften und Physik begrenzt. Ingenieure sprechen vom Lichtstrom, gemessen in Lumen. Für das Abblendlicht darf eine H4-Halogenlampe 1.000 Lumen abgeben. Bei einer H7 sind es 1.500. Entwickler versuchen, möglichst viel davon an die erwähnten Punkte zu bringen, die sie 50R und 75R nennen, nach der Entfernung und der rechten Straßenseite. Es ist dafür geradezu das Ziel, Licht aus dem Nahbereich abzuziehen.

Gute Testberichte sagen: Der lange „Lichtfinger“ auf der eigenen Straßenseite ist wichtig, nicht der Bereich direkt vor dem Auto.

Insofern ist auch Kritik in Autozeitschriften verfehlt, dass eine Lampe nicht sehr in die Breite leuchtet. Eine breite Ausleuchtung ist zwar prinzipiell gut und angenehm, aber auch hierfür müsste Licht an den wichtigeren Stellen abgezogen werden.

Die Performance an diesen Punkten ist ohne aufwendige Messtechnik kaum zu beurteilen. Ein guter Testbericht sollte aber Angaben zu entsprechenden Werten enthalten. Auch weitere zum Lichtstrom und der Geometrie einer Lampe gehören dazu. Letztere entscheidet darüber, ob der Scheinwerfer das Licht präzise auf der Straße verteilen kann. Das ist besonders wichtig, wenn es um Blendung geht. Bei der Geometrie stellen sich in ernsthaften Tests sehr oft No-Name-Produkte als mangelhaft heraus. Das bleiben sie auch, selbst wenn sie – mehr oder weniger zufällig – den Nahbereich oder die Breite schön ausleuchten.

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