Werde ich alt? Oder ist es mein Auto? Diese Frage dürften sich schon viele Fahrer gestellt haben, wenn sie weiter entfernte Punkte an und auf der Straße nicht mehr richtig erkannten. Für medizinische Fragen sind wir nicht zuständig, aber zu schlechter werdendem Licht gibt es hier Infos.

Eine kaputte Lampe fällt (hoffentlich) sofort auf; schleichender Lichtverlust nicht. Man gewöhnt sich daran, weil sich die Sache über einen längeren Zeitraum hinzieht. Doch irgendwann kommt das Gefühl auf: Das war schon mal besser. Dann beginnt die Suche nach der Ursache.

Ursache und Wirkung: Das Autolichts kann mit der Zeit nachlassen.

Einen Grund erkennt schon das bloße Auge: Milchige, zerkratzte oder sonstwie arg in Mitleidenschaft gezogene Abschlussscheiben. Die streuen dann das Licht in alle Richtungen ab, statt es dorthin zu leiten, wo es hingehört. Das sind die wichtigen Stellen der Straße. Die liegen übrigens nicht ein paar Meter vor den Stoßfängern, sondern jenseits von 50 Meter. Leider ist gegen verschlissene Abschlussscheiben kaum ein sinnvolles Kraut gewachsen – außer dem Austausch, was meist den des ganzen Scheinwerfers bedeutet.

Bevor dieser teure Weg eingeschlagen wird, lohnt sich aber die Suche nach anderen und womöglich eher ausschlaggebenden Fehlerquellen. Darunter fällt der Spannungsabfall. Hat er zugeschlagen, geht in den Leitungen, Relais, Steckern oder Schaltern zu viel Strom verloren. Tendenziell steigt der Spannungsabfall leider mit den Jahren an. Ein Vergleich der Spannung am Generator („Lichtmaschine“) oder den Batteriepolen mit der am Lampensockel bringt Klarheit. Mehr als 0,5 Volt sollte er nicht betragen und insgesamt sollten mindestens 13,2 Volt anliegen. Gegen zu niedrige Spannung gibt es einige Möglichkeiten, die aber eher etwas für die Werkstatt sind. Der Austausch von Teilen auf Verdacht kommt meistens teurer.

Am einfachsten zu beseitigen ist der Lichtverlust, wenn gealterte Lampen daran schuld sind. Entgegen landläufiger Meinung kennen Autolampen nicht nur intakt und kaputt. Im Lauf ihrer Lebensdauer verlieren sie an Lichtstrom. Liefern Halogenlampen im letzten Drittel ihres Lebens noch rund 70 Prozent des ursprünglichen Lichts, können es bei Xenon unter der Hälfte sein. Das ist allerdings immer noch mehr als bei „frischem“ Halogen. Auch die normalen Glühlampen beispielsweise Stand- und Bremslicht zeigen einen Abfall ihrer Lichtleistung. Das gilt vor allem für eher schwache Lampen wie die in der Nummernschildbeleuchtung. Manchmal bildet sich in ihrem Glaskolben eine nahezu undurchsichtige, schwärzliche Schicht, die bis zu 90 Prozent des Lichts wegfiltert. Was man gegen schwächelnde Autolampen tut, ist klar: Auswechseln! Und zwar nicht erst, wenn gar kein Licht mehr herauskommt. Mancher wird staunen, wie viel besser die Sicht plötzlich geworden ist. Also eine Art Jungbrunnen. Nicht für den Fahrer, sondern fürs Autolicht.

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