Das klingt banal – aber nach diversen Eskapaden im Blindflug durch enge Baustellenabschnitte muss ich das einfach mal loswerden. Euer Wischwaschwasser. Ein tolles Wort übrigens, mit dem man beim Scrabble den Jackpot abräumen kann. Aber an Scrabble denkt niemand, wenn er oder sie gerade mit dem Auto unterwegs ist, ein leichter Sprühregen sich in der früh einsetzenden Dämmerung gerade eben SO leicht auf die Scheibe senkt, dass sogar der Intervallwischer zu oft käme, und dann der winterliche Dreck der Straße von den vorausfahrenden Autos sich darüberlegt. Plötzlich siehst du nämlich: gar nichts mehr. Also schnell den Wischwasch betätigen. Der ist aber leer, der Wischer schmiert trotzdem gekoppelt über den Matsch und verhindert nun auch noch den allerletzten Durchblick. Die entgegenkommenden Autos mit ihrem sich im Schmutz auf der Scheibe brechenden Licht finalisieren den Blindflug.

Das passierte in meinem Fall auf der A7 mitten in einer Baustelle, wo ich absolut nicht anhalten konnte. Die Panik ging so weit, dass ich den Kopf aus dem Seitenfenster stecken musste, um überhaupt noch irgendwas sehen zu können. So ein Erlebnis gehört nicht zu denen, die man am Abend gern beim knisternden Kaminfeuer erzählt, das ist schlicht lebensgefährlich. Für einen selbst und auch für die anderen, vermeintlich unbeteiligten Autofahrer. Warum vernachlässigen wir Tagespendler eigentlich so oft die kleinen, flüssigkeitsgefüllten Behälter in unserem Motorraum? Weil wir zu faul sind? Weil wir uns angewöhnt haben, dass irgendwelche Sensoren uns schon rechtzeitig warnen werden, wenn was fehlt? Ich weiß es nicht, denn ich bin weder Psychologe noch Sensorik-Besitzer. Deshalb starte ich heute einmal einen lauten Aufruf mit erhobenem Zeigefinger (ich sollte zur Jahrtausendwende einmal Physiklehrer an Realschulen werden, seht mir den Zeigefinger also bitte nach)!

Gute Vorsätze für das neue Jahr 2018.
Vergesst das mit dem Rauchen. Das zieht ihr doch sowieso nicht durch. Nehmt euch nicht zum 42. Mal vor, jede Woche mindestens zwei Mal Sport zu machen. Wenn ihr das in den letzten Jahren nicht hinbekommen habt – warum sollte das auf einmal klappen? Aber: Wenn ihr demnächst vor eurem Auto steht, macht einmal die Haube auf. Schaut, wie viel Wischwaschwasser noch drin ist und ob die frische Zitrone als Zusatz auch Väterchen Frost fernhalten kann. Selbst beheizte Behälter haben kleine Schläuche zu den Düsen verlegt, die im Zweifelsfall zufrieren können. Und wenn die Suppe fast alle ist – füllt sie doch bitte mal nach. Mit den richtigen Mittelchen, die kosten nur eine Handvoll Euro. Denn ihr könnt absolut sicher sein – wenn der Behälter demnächst leer ist, dann ist er das an einer Stelle, wo das gerade echt nicht gut kommt. Legt euch ein Fläschle von dem guten Zeug in den Kofferraum.

Denn was nützen all die guten Tipps von Fritz und die Auswertungen darüber, wie die Streuscheiben sauber gehalten werden, wie viel Prozent Licht noch durchkommt oder welche Lampen die besten sind – wenn ihr trotz des guten Lichts eures Autos einfach nichts sehen könnt, weil die Scheibe verschmiert ist? In diesem Sinne – startet gut, sicher und mit klarem Durchblick in das neue Jahr. Und passt auf euch auf!

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