Jetzt fordert Kälte wieder den Tribut von Autobatterien. So manche ist bei Minusgraden nicht mehr in der Lage, den Motor zu starten. Ist daran womöglich der Stromverbrauch des Lichts schuld? Keine Sorge, Scheinwerfer und Leuchten sind nicht die Bösewichter.

Zugegeben, es sind häufig ältere Semester, die eine leere Batterie fürchten und deshalb gern so lang wie möglich auf Licht verzichten. Bei diesem Personenkreis haben nicht nur 6-Volt-Bordnetze und Gleichstromgeneratoren tiefe Wunden hinterlassen. Er konnte auch noch das Ausschalten des Lichts vergessen und damit tatsächlich die Batterie leeren.

Das Autolicht ist nicht schuld an leeren oder kaputten Batterien.

Heute sorgen sinnreiche Schaltungen und akustische Signale dafür, dass das nicht mehr passieren kann. Und moderne Wechselstromgeneratoren laden nicht nur bereits bei Leerlaufdrehzahlen, sondern erzeugen auch bis zu zehnmal mehr Energie wie ihre Vorfahren. Trotzdem neigen viele und durchaus auch jüngere Autofahrer dazu, dem Licht einen verheerenden Einfluss auf ein gesundes Bordnetz zuzuschreiben.

Verglichen mit den größten Stromverbrauchern im Auto ist das Licht ein eher kleines. In der Halogenversion braucht es 150 Watt. Xenon und LED liegt bei etwa 100. Vielen ist gar nicht klar, wo die echten Großverbraucher zu finden sind. So zieht sich das Heizgebläse bis zu 800 Watt rein. Die Heckscheibenheizung liegt nur knapp darunter. Und zwei Sitzheizungen erreichen auch schon mal den Level des Lichts.

Jedoch sind alle Verbraucher eigentlich nicht das Problem. Leere Batterien treten größtenteils aus drei Gründen auf. Da sind zum einen alte, verschlissene. Wie bei allen Dingen gibt es bei Autobatterien große Qualitätsunterschiede. Die einen geben schon nach zwei oder drei Wintern den Geist auf, andere halten über sieben Jahre durch. Manchmal wird bei Kauf auch an der Kapazität des Stromspeichers gespart. Nach den Erfahrungen von Pannenhelfern ist die Kombination der breitesten zulässigen Bereifung mit der kleinsten noch möglichen Batterie gar nicht selten.

Ein weiterer Grund ist ein ungünstiges Fahrprofil. Wird das Auto an einem kalten Wintermorgen nach dem auch schon Ladung fressenden Start – so ein Anlasser braucht schnell mal 2000 Watt – mit den erwähnten Großverbrauchern eingeschaltet nur ein paar Kilometer fährt, nimmt dem Generator („Lichtmaschine“) jede Chance, die Batterie wieder auf volle Ladung zu bringen. Das gilt besonders, wenn auf der Strecke viele Ampeln, Stau oder andere Leerlaufstellen sind. Dann muss der Akku jeden Tag etwas an Ladung, die nicht mehr aufgefüllt wird.

Zickt der fahrbare Untersatz auch mit einer neuen Qualitätsbatterie ungewöhnlich herum, ist womöglich die Laderegelung nicht in Ordnung. Dann sollte die Werkstatt die Ladespannung an der Batterie checken. Sie sollte nicht unter 13,2 Volt liegen – bei eingeschaltetem Licht, versteht sich. Denn das schadet nie.

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder