Licht kann ein Autofahrer nie genug haben. Sicht auch. Zwischen beiden besteht natürlich einen Zusammenhang. Aber eine ganze Reihe weiterer Faktoren muss passen, damit das gute Licht auch zu weiter Sicht führt.

Licht selbst ist unsichtbar. Erst wenn es irgendwo auftrifft, wirkt es. Beim Autolicht handelt es sich zuvörderst um die Straße und ihre Umgebung. Also spielt die Fahrbahnoberfläche eine große Rolle. Jeder kennt den enormen Gewinn an Helligkeit bei Fahrten auf schneebedeckter Straße. Im wettertechnischen Normalfall helfen Mittellinien, Fahrbahnmarkierungen und Leitpfosten dem Menschen, entspannter durch die Nacht zu finden. Wegweiser und Verkehrsschilder gewinnen per Reflexfolien ungemein an Sichtbarkeit. Alles Genannte reflektiert Licht.

Verschwommene Sicht im Auto bei Dunkelheit
Gute Sicht braucht gutes Licht – und eine Menge mehr.

 

Damit der Fahrer etwas davon hat, muss es möglichst ungestört durch die Frontscheibe gelangen. Dafür sollte diese zunächst möglichst wenig getönt sein. Inzwischen gibt es Windschutzscheiben, die nur die infrarote Wärmestrahlung aussperren, das sichtbare Licht aber durchlassen. Sie sind für Nachtfahrten erste Wahl. Gar nicht gut und deshalb verboten sind Tönungsfolien, die den Blick nach vorn schon am hellen Tag schmälern. Auch die vorderen Seitenscheiben sind für diese umstrittene „Verschönerung“ per Gesetz tabu. Doch auch auf den weiter hinten liegenden Fenster behindern die dunklen Folien den Blick, zum Beispiel beim Umschauen oder Rückwärtsfahren. Sind dann noch die Rückspiegel – ein weiteres Element im Gesamtsystem Sehen – nicht sauber, ist es um die Beobachtung der Bereiche hinter dem Auto schlecht bestellt.

Folien gehören zu den Dingen, mit denen sich Autofahrer selbst Sicht nehmen. Andere sind Aufkleber. Gut, die Feinstaubplaketten sind ein Herzenswunsch deutscher Politiker. Die anderer Länder lieben Mautvignetten. Um solche „Verschönerungen“ kommt niemand herum. Doch was soll gleich ein ganzes Dutzend von längst abgelaufenen „Pickerln“, wie Österreicher den Nachweis der bezahlten Autobahngebühr nennen? Oder die Lichttestplakette von 2010 und der stolze Nachweis der Mitgliedschaft in einem Automobilclub? So etwas kann in größerer Zahl die Sicht durchaus einschränken. Schweizer Polizisten verstehen in diesem Punkt übrigens keinen Spaß und „büßen“, wie es dort heißt, allzu eifrige Plakettenkleber. Die eigene Autobahnvignette ist dabei natürlich stets ausgenommen. Aber schon ein Navigationsgerät darf die Sicht durch die Frontscheibe bei den Eidgenossen nicht einschränken.

Weitere Faktoren für eine optimale Sicht sind gut wirkende Scheibenwischer und Waschanlagen, wobei Frostschutz und Zusatzmittel im Waschwasser eine oft unterschätzte Rolle spielen.

Da fehlt doch noch etwas! Ach ja, die Augen. Deren im Vergleich zu Kameras unglaubliche Leistung sollte keine ungeeignete Brille schmälern. Das gilt zunächst wieder für eine zu starke Tönung. Aber auch Dinge wie eine gute Entspiegelung gegen irritierende Lichtreflexe und ein breites Sichtfeld spielen eine gehörige Rolle. Von optischen Unternehmen gibt es inzwischen sogar speziell für das Autofahren optimierte Brillengläser.

Jetzt bleibt bei der ganzen ganzheitlichen Betrachtung der Sicht wirklich nur noch eines: Das Autolicht selbst. Aber dazu gibt es im Autolichtblog ohnehin jede Menge Information.

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