Verkäufer gebrauchter Autos geben in Anzeigen gern eine Menge Informationen zur Ausstattung. Angaben zum Licht sind dabei eher Mangelware. Ein paar Tipps, wie der Interessent sich trotzdem einen Eindruck verschaffen kann.

Die Liste ist meist lang. Das zum Verkauf stehende Auto hat… – und dann kommen oft bereits seit langem vorgeschriebene Dinge wie ABS und ESP oder Selbstverständlichkeiten wie die Heckscheibenheizung oder Airbags. Immer erwähnt wird eine Lederpolsterung oder das Schiebedach. Alufelgen erscheinen ebenfalls, obwohl eine Ausrüstung mit Stahlrädern eher ungewöhnlich geworden ist. Die Verkäufer treffen damit aber oft den Nerv der Interessenten, bei denen edles Sichtbares meist höhere Priorität genießt als beispielsweise Fahrerassistenzsysteme.

Und was ist mit dem Licht? Am ehesten kommen in der Ausstattungsliste noch die Buchstaben LED vor, und sei es auch nur im Zusammenhang mit Tagfahrleuchten oder der hochgestellten Bremsleuchte. Will ein potentieller Käufer etwas zum Hauptlicht erfahren, bleibt nur der Weg der Anfrage beim Verkäufer.

Immer? Nein! Der geneigte Leser des Autolichtblogs schaut mal genauer auf die in aller Regel guten Bilder der Fahrzeugfront. Sind dort Düsen oder andere Teile einer Scheinwerfer-Reinigungsanlage zu sehen? Dann hat das Auto höchstwahrscheinlich Xenon. Bei kleineren Autos, die es mit unterschiedlichem Halogenlicht gibt, geben die Bilder auch Auskunft über die Ausrüstung mit Einzel- oder den besseren Doppelscheinwerfern. Ähnlich sieht es mit Nebelscheinwerfern aus.

Selbst Aufnahmen des Innenraums helfen bei der Erforschung der Lichtausrüstung. Ist auf ihnen der Lichtschalter zu sehen? Und fehlt daneben das Einstellrädchen für die Leuchtweitenregulierung? Dann liegt die Ausrüstung mit Xenon- oder LED-Scheinwerfer nahe. Nebelscheinwerfer brauchen ebenfalls einen Schalter. Manchmal weist ein (Ab-) Schalter für das Kurvenlicht auf dessen Anwesenheit hin. Ein solches Detail ist gewerblichen Verkäufern oft unbekannt.

Aber warum soll man sich überhaupt um solche Kleinigkeiten wie das Licht bei einem Gebrauchtwagen kümmern? Sind nicht Farben und das wohlriechende Leder wichtiger? Na ja, für Wohnzimmermöbel stimmt das. Die müssen nicht durch die stockdunkle Nacht fahren. Dabei zählen übrigens nicht nur die Lichttechnik selbst, also Halogen, Xenon oder LED, sondern auch Dinge wie adaptive Lichtverteilungen, das erwähnte Kurvenlicht oder gar die modernste Lösung, das blendfreie Fernlicht. Die bringen es für an Sicherheit interessierte Menschen mehr als ein Zoll größere Räder.

Wichtig ist beim Gebrauchtwagenkauf ein Check der Lichtsysteme. Funktionieren beispielsweise Leuchtweitenregelung und Zusatzfunktionen? Also am besten eine Probefahrt im Dunkeln oder auch eine mit vollem Licht am Tage. Erscheinen dann irgendwelche Fehlermeldungen, wird es wohl zumindest Zeit für einen Preisnachlass. Hat das Auto Xenon, lohnt sich ein Blick auf die Lichtfarbe oder die Frage, ob die Lampen schon mal ausgetauscht wurden. Xenon verliert nämlich im Lauf der Zeit Licht, bis zu 50 Prozent. Ein Indiz ist eine rosa oder violette Lichtfarbe. Für den Austausch der Lampen gegen gute Markenware wie der Xenarc-Reihe von Osram kann man durchaus auch einen Betrag von 200 bis 300 Euro ansetzen.

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  • Ist mir auch schon aufgefallen. Nicht selten wird vollmundig von „LED-Scheinwerfern“ geschrieben, und die Bilder offenbaren, dass lediglich ein LED-Tagfahrlicht gemeint ist, und die Hauptscheinwerfer noch „glühen“ wie zu Omas Zeiten…