Alle mögen bläuliches Scheinwerferlicht. Fast alle jedenfalls. Bleibt die Frage: Wie viel Blau darf es denn eigentlich sein? Die Antwort ist klar: Gar nicht. Es ist nur Weiß erlaubt. Weshalb und wann der blaue Schimmer trotzdem legal ist.

Weiß, weißer geht’s nicht, versucht uns die Waschmittelwerbung einzureden. In der Tat erreicht wird der helle Eindruck vermittels optischer Aufheller in den Produkten. So funktioniert das beim Autolicht leider nicht.

Ganz einfach ist die Sache noch bei der LED. Die ist – zumindest in den Versionen für Beleuchtung – im Prinzip sowieso eine blau strahlende. Erst die gelblich-beige Beschichtung, der so genannte Konverter, wandelt das Licht in die gewünschte Farbe um. Aber da läge doch die Versuchung nahe, gleich den vermeintlich schönen, blauen Schein zu nehmen. Diese Gefahr hat die Economic Commission for Europe (ECE) gesehen, und in ihren international verbindlichen Vorschriften eine Bremse eingebaut. Es ist die Definition von ECE-Weiß, und das ist eine genaue. Angegeben sind präzise Koordinaten im Farbraum. Damit können physikalisch geschulte Menschen etwas anfangen; Otto Normalautofahrer eher nicht. Dem helfen Angaben wie die der Farbtemperatur in Kelvin. Höhere Werte bedeuten dabei kälteres, oder eben bläulicheres Licht. Mit ein paar und wieder nur für naturwissenschaftlich begabte Leute einfache Umrechnungen kommen dabei etwa 6000 Kelvin als höchste zulässige Farbtemperatur heraus. Wenn also für im Internet Lampen angebotene Lampen Werte von weit über 10000 Kelvin genannt werden, handelt es sich schlicht um illegale Ware. Und höchstwahrscheinlich stimmt die Angabe auch nicht.

Bei Glühlampen sind solch hohe Farbtemperaturen nämlich praktisch unmöglich. Aus einer Glühwendel lassen sie sich nicht herausholen. Ein zusätzliches Farbfilter kann zwar blaues Licht erzeugen. Dabei geht aber so viel Licht verloren, dass die Lampe nur noch eine trübe Funzel wäre. Einfach ihre elektrische Leistung in Watt und den Lichtstrom in Lumen zu erhöhen, ist auch keine Lösung, zumindest keine legale.

Anders ist das beim blauen Sortiment von Markenherstellern. So liefern Halogenlampen der Serie Cool Blue® Intense von Osram nicht nur seriös messbare rund 4200 Kelvin, sondern auch gutes Licht. Für diese Farbtemperatur ist schon eine Menge Entwicklung und Feinarbeit notwendig gewesen, um sie überhaupt aus einer Glühlampe zu holen.

Etwas anders sieht es bei Xenonlampen aus. Die haben von vornherein schon eine etwa ähnliche Farbtemperatur, weswegen Osram bei den bläulichen Halogenlampen auch von „Xenon-Look“ spricht. Das liegt an der eingesetzten Technik der Gasentladung. Xenonlampen sind schließlich nahe Verwandte von Neonröhren. Bei Letzteren hat es übrigens viel Entwicklungsarbeit bedurft, um den bläulichen Schein weg zu konstruieren. Er war vielen Menschen unangenehm. Aber das nur nebenbei.

Weil hohe Farbtemperaturen bei der Gasentladung relativ einfach zu erreichen sind, geht Osram bei den bläulichen Xenon-Varianten Xenarc® Cool Blue Intense je nach Typ bis an die Grenze von 6000 Kelvin. Übrigens erreichen sie diese Werte erst nach einer Einbrennzeit, die bis zu zehn Stunden dauern kann.

So viel Blau – pardon: ECE-Weiß – ist also möglich. Nötig ist es für gutes Autolicht aber nicht. Zwischen 3500 und 4000 Kelvin sind für das Auge optimal. Und für diese Farbtemperaturen gibt es ausreichend gute Lampen. Mehr Blau ist nur noch eine Sache des persönlichen Geschmacks.

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