Adaptive Lichtverteilungen, Fernlichtassistenten oder blendfreies Fernlicht sind feine Sachen, die Nachtfahrten angenehmer machen. Das gilt sogar für den Gegenverkehr, der damit weniger geblendet wird. Außer, die Technik ist gestört. Dafür gibt es ein paar Ursachen und darunter sogar skurrile.

Jetzt blendet schon der dritte Entgegenkommende auf. Dabei hat das eigene Auto doch eine Abblendautomatik. Spinnen die heute alle? Wahrscheinlich nicht. Auch die Automatik ist vermutlich nicht kaputt, sondern nur verwirrt. Ihr geht es wie vielen Autofahren: Sie sieht nicht genug.

Eine Abblendautomatik oder das blendfreie Fernlicht werden von einer Kamera gesteuert. Die sitzt zwischen Rückspiegel und Windschutzscheibe. Ist das aufgenommene Bild verschwommen oder sonstwie schlecht, stört das natürlich die Funktionen, die an der Kamera hängen. Neben der Lichtsteuerung können das beispielsweise auch Spurhalteassistenten oder die automatische Notbremse sein. Beim Licht äußert sich eine eingeschränkte oder gar nicht mehr vorhandene Funktion glücklicherweise nur selten in Form von nicht mehr Abblenden. Eher ist das Gegenteil der Fall. Oder die Lichtautomatik schaltet auch am hellen, lichten Tag das Abblendlicht statt des Tagfahrlichts ein.

Doch warum sieht die Kamera denn nicht mehr richtig? Meist ist es ganz einfach: Die Scheibe wird vor der Linse verschmutzt sein! Das Vertrackte dabei ist, dass der Fahrer das nicht sehen kann. Normalerweise wird die entsprechende Stelle ja von den Scheibenwischern sauber gehalten. Wegen des Einbauplatzes sind dafür die letzten paar Zentimeter der Wischblätter zuständig. Und die verschleißen leider zuerst, weil sie auf der Scheibe die längsten Wege zurücklegen müssen. Beginnt also der obere Rand des Wischfelds irgendwie verschwommen zu wirken, wird es Zeit für den Wischerwechsel. Manchmal sind allerdings nur eingetrocknete Reste des Wassers aus der Scheibenwaschanlage schuld, die sich just vor der Kamera breitgemacht haben. Dann hilft noch einmal kurz (mit Wasser!) wischen. Wenn das Wischwasser regelmäßig einen Schleier hinterlässt, sind Frostschutz oder Reinigungsmittel womöglich nicht geeignet.

Schwieriger vom Fahrerplatz aus zu beheben sind andere Störungen des Sichtfelds der Kamera. Schon eine dicke, auf dem Glas zerschellte Fliege kann sich der Scheibenwaschanlage widersetzen – vorausgesetzt, man hat sie überhaupt bemerkt. Von Baum gefallene, feuchte und damit gut klebende Blätter stören ebenfalls sehr wirksam. Und dass Vögel es schaffen, ihr Geschäft so zielgerichtet zu verrichten, dass es direkt vor der Linse der Kamera landet, verwundert auch nicht mehr.

Im Zweifelsfall ist also ein Blick von außen auf die entsprechende Stelle der Windschutzscheibe angesagt. Und natürlich eine eventuelle Reinigung. Dabei aber bitte vorsichtig vorgehen! Am besten ist ein Mikrofasertuch. Gar nicht gut wären nämlich Kratzer im Glas. Solche können nämlich das Kamerabild auch stören – und dagegen ist dann keine Abhilfe mehr möglich.

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