Autolicht ist gut für die Fahrsicherheit. Dies ist ein zentraler Inhalt dieses Blogs. Doch Fahrzeuglicht kann auch für ein sicheres Gefühl sorgen, wenn das Auto gerade nicht in Bewegung und die Beleuchtung der Straße keine Hauptaufgabe mehr ist. Licht zur Beruhigung, also.

Die Situationen kennt praktisch jeder. Eine Fahrt in dünn besiedelten Regionen endet in einer stockdunklen Einfahrt. Die zuvor dank der Scheinwerfer gute Sicht ist plötzlich weg. Oder die Einfahrt in eine Tiefgarage fühlt sich am Ende wie der Aufenthalt in einem unheimlichen Keller an. Kein so gutes, sicheres Gefühl also. Ähnlich sieht es aus, wenn die letzten Meter zum angemieteten Ferienhaus nur als eine einzige dunkle Wand erscheinen.

Eine Taschenlampe kann da helfen. Oder aber eine Funktion, die inzwischen viele neueren Autos haben: Nach dem Abstellen des Motors kurz den Abblendhebel ziehen und schon leuchten die Scheinwerfer im Stand auf und schalten sich automatisch erst nach meist ein oder zwei Minuten aus. Es bleibt auch hell, wenn das Auto per Fernsteuerung schon verschlossen ist. Das helle Licht des Hauptlichts reicht für angstfreie letzte Meter zur Haustür oder dem Treppenhaus der unbeleuchteten Tiefgarage (ja, solche gibt es tatsächlich!).

Diese Funktion des Lichts ist vielen Autobesitzern unbekannt und sie wundern sich mitunter gar, dass die die Scheinwerfer nach versehentlichem Betätigen des Abblendhebels vermeintlich erst einmal nicht ausschaltbar sind.

Die Marketinggenies der Autohersteller haben dem praktischen Feature schöne Namen wie „Safe Home“ oder „Coming Home“ gegeben. Manchmal muss man sie als Extra dazukaufen, in anderen Fällen sind sie serienmäßig. Das gilt vor allem für Autos, die auch in den USA verkauft werden. Dort ist das Bedürfnis nach Sicherheit beim Aussteigen schon lange Zeit höher als in Europa. Die serienmäßige Ausstattung in der neuen Welt bringt auch die Chance, das Heimweg-Licht, wie wir es mal nennen wollen, nachzurüsten. Manchmal funktioniert das über eine kleine Softwareänderung in der Werkstatt. In anderen Fällen kann das Abblendrelais einfach ausgetauscht werden. Eine allgemeingültige Anleitung ist wegen der Unterschiede in der Fahrzeugelektrik nicht möglich, aber die Nachfrage in der Fachwerkstatt lohnt sich.

Ursprünglich aus den USA kommt auch eine zweite Lichtlösung, die beruhigend wirkt. Es ist das inzwischen auf allen Kontinenten verbreitete Einschalten der Innenbeleuchtung zusammen mit dem Aufschließen der Türen. In Amerika gab und gibt es wohl noch viele Fälle, in denen Räuber und andere Verbrecher hinter den Vordersitzen geduckt auf ihr Opfer warteten. Die Innenbeleuchtung und eventuell ebenfalls vorhandene Fußraumbeleuchtung gibt die Chance, die Gefahr vor dem Einsteigen zu erkennen. Mit der Zeit kombinierten die Autohersteller die Funktion mit dem Standlicht oder – ganz neu – mit regelrechten Lichtteppichen um das geparkte Auto. Die sind allerdings meist erst nach dem Öffnen der Türen in Betrieb und auch überwiegend ein Gag mit wieder schönen Namen wie „Welcome Lighting“.

Richtig hilfreich sind sie weniger beim Einsteigen, als beim Verlassen des Autos. Dann erfüllen sie den gleichen Zweck wie jene einfachen Bodenleuchten, die an der Unterseite von Rückspiegeln oder der Tür selbst angebracht sind. Sie tragen zwar nicht direkt zur persönlichen Sicherheit bei, sondern bewahren eher davor, in Schlamm oder Schlimmeres zu treten. Aber dies trägt ja durchaus auch zum guten Gefühl bei.

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