Bei Smartphones, Computerbildschirmen und Fernsehern ist klar: Je mehr Pixel, desto besser. Beim Autolicht gibt es einen ähnlichen Trend. Hochauflösend soll es sein, mit vielen tausend Pixeln. In Entwicklung sind vier technische Ansätze. Unklar ist, welcher sich durchsetzen wird.

Das Pixellicht ist eine Erweiterung des Matrixlichts. Jede Stelle der Straße und ihres Umfelds hat praktisch ihre eigene Lichtquelle. Je mehr davon ein Scheinwerfersystem hat, desto kleiner können die an- und ausgeleuchteten Stellen sein. Beim schon in Serie eingebautem Matrixlicht sind maximal ein paar Dutzend Lichtquellen im Spiel, in Form von einzelnen LEDs. Das Pixellicht will mit mehreren tausend oder gar zehntausend aufwarten. Experten sprechen von fein auflösenden Scheinwerfersystemen. Ideal sind sowohl Matrix- als auch Pixellicht für das blendfreie Fernlicht. Stellen, an denen es andere Verkehrsteilnehmer blenden würde, werden einfach nicht angeleuchtet. Der Rest bekommt volles Licht.

Wie aber bekommt man so viele Pixel aus einem Autoscheinwerfer? Ein Ansatz kommt aus der Kino- oder Beamertechnik. Er heißt Digital Light Processing (DLP). Viele tausend winzig kleine Spiegel werden dabei elektronisch geschaltet und geben dabei Licht auf die Leinwand – oder im Fall des Autoscheinwerfers – auf die Straße frei. Wegen der Spiegel heißt die Technik auch Digital Micromirror Device. (DMS). Die eigentliche Lichtquelle können LEDs sein oder aber Laserdioden. Für beide ist Osram ein führender Anbieter. An der DLP-Technik arbeiten etliche Auto- und Scheinwerferhersteller.

Die zweite Methode für die Umsetzung des Pixellichts setzt ganz auf Halbleiterlaser. Sie baut auf einem Microelectromechanical System (MEMS) auf, in dem der Laser die einzelnen Pixel zeilenweise auf eine Art Bildschirm im Scheinwerfer schreibt. Das kann man sich grob etwa so vorstellen, wie in einer alten Fernsehbildröhre. Das entstandene „Bild“ wird dann auf die Straße projiziert. Audi hat bereits bekanntgegeben, dass seine Lichtentwickler sich mit dieser Technik befassen.

Die beiden bisher beschriebenen Verfahren haben einen großen Nachteil. Sie brauchen viel Platz, verursachen also große Scheinwerfergehäuse. Das widerspricht einem genau gegenteiligen Trend in der Autoindustrie, der immer kleinere Scheinwerfer fordert. Für den kommt vielleicht der dritte Ansatz recht. Er heißt Liquid Crystal Display High Definition (LCD-HD) und ist ganz neu. Eine Flüssigkristallanzeige lässt das Licht von Leuchtdioden durch oder schirmt es ab. Mit dieser Technik lassen sich laut den in Ingenieuren des Scheinwerfer-Spezialisten Hella 30000 Lichtpunkte, also Pixel, kreieren. An der Entwicklung ist Porsche beteiligt.

Bis DLP, MEMS oder LCD-HD die ersten Pixel in einem Serienauto erzeugen, werden noch mindestens ein bis zwei Jahre vergehen. Schneller kann die vierte Lösung sein, das µAFS. Die Abkürzung steht für Micro Advanced Frontlighting System. Schon vor über zwei Jahren präsentierte Osram es zusammen mit Daimler und dem Scheinwerferhersteller Hella. Es bietet rund 3000 Pixel pro Scheinwerfer, die alle einzelnen angesteuert werden können. Jedes Pixel entspricht dabei einer LED von Osram. Die ersten Serienscheinwerfer dürften schon bald ab Werk erhältlich sein. Und deshalb hat µAFS auch gute Chancen, sich beim Pixellicht durchzusetzen.

Start frei: µAFS ist die am weitesten entwickelte Technik für Pixellicht.

 

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