Jede Autofahrerin und jeder Autofahrer, die oder der sich ein bisschen für das eigene Fortbewegungsmittel interessiert, wird schon einmal Lampen für die vorderen Scheinwerfer oder die Rücklichter gekauft haben. Lampen sind Verschleißteile, sie haben bauartbedingt nur eine begrenzte Lebensdauer. Und wenn im Spätsommer oder Frühherbst die ersten Ausfälle vorn oder hinten auffallen, muss man nicht erst den versierten Partner um Hilfe bitten oder an der Tankstelle die Kollegin hinter dem Tresen mit der Aufgabe des Wechselns betreuen. Das ist ohnehin selten von Erfolg gekrönt: Seit es den klassischen, freundlichen Tankwart nicht mehr gibt, sind die meisten Tankstellen sowieso zu kleinen Supermärkten mutiert, bei denen man eher Glück haben muss, wenn man neben Bier und Whiskey überhaupt Öl oder Glühlampen für sein Kraftfahrzeug erwerben kann. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

In den gut sortierten Supermärkten der Republik ist das Bild schon ein überraschend anderes. Anders als an den meisten Tankstellen bekommt man hier in den Regalen allerhand nützliches Zubehör für sein Auto angeboten, manchmal sogar viel zu viel für den durchschnittlichen Mann mit angeborenen Entscheidungsschwierigkeiten. Nehmen wir einmal an, mein Auto braucht H4-Lampen für den regulären Leuchtbetrieb und H1-Lampen in den Nebelscheinwerfern. Und jetzt stehe ich vor diesem mannshohen Aufsteller mit mindestens vier verschiedenen Produkten in allen möglichen Varianten und Preisklassen. Ganz unten liegen die sehr preiswerten Produkte, manchmal einzeln, manchmal kombiniert im Doppelpack oder gleich als komplettes Ersatzlampenset für vorn und hinten mit Sicherungen im praktischen Plastikkoffer. So ein Humbug. Aber die Preise sind verlockend. Mittig, auf Höhe des Bauchnabels, hängt die Hausmarke des Einkaufszentrums, meistens ebenfalls ein No-Name-Produkt, welches im mittleren Preissegment angesiedelt ist. Laut Statistik greifen die meisten Kunden bei drei verschiedenen Preisen zu dem in der Mitte, weil sie nicht den gefühlten „Billig-Schrott“ oder das gefühlt zu teure „Premiumprodukt“ kaufen wollen. Die Mitte ist am vernünftigsten, oder?

 

Nein. Ist sie nicht. Gerade die Selbstwechsler unter euch wissen, wie unangenehm es ist, mit einem durchgebrannten Scheinwerfer durch die dunkle Nacht zu fahren. Und es kostet Zeit, eine Lampe zu wechseln, wenn auch je nach Fahrzeug nicht so viel. Deshalb wollen wir hier gar keine Predigt halten, dass ihr auf jeden Fall ausschließlich Produkte von Osram erwerben müsst … Das wäre natürlich schön, aber viel wichtiger ist: Kauft auf jeden Fall Markenprodukte. Also nicht die im Regal ganz unten, sondern die im oberen Drittel. Die sind nämlich meistens gar nicht so viel teurer, und hier ist jeder Cent gut angelegt. Bei den Bremsen und den Reifen eurer Autos spart ihr doch auch nicht am falschen Ende, jedenfalls hoffen wir das inständig. Also setzt auch bei der lebenswichtigen Beleuchtung auf Qualität, Professionalität und Lebensdauer. Wenn ihr es nicht sowieso schon so handhabt.

 

Nun ist die Entscheidung ja doch ganz leicht gewesen. Und meine H4-Lampen nebst H1-Lampen waren, alle vier zusammen, gerade mal zwei Euro teurer als die blass eingeblisterten Leuchtmittel in der unteren Grabbelkiste. Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein, schlechten Kaffee und – billige Lampen am Auto. Sorgt dafür, dass die es nicht noch dramatisch verkürzen! Gute Fahrt.

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