Hundert-, ja hundertfünfzig Prozent mehr Licht. Wie machen die das? geht das? Diese Fragen stellen sich viele Käufer von Scheinwerferlampen, angesichts der Tatsache, dass alle die gleiche elektrische Leistung in Watt haben. Die Antwort ist: Technisches Finetuning macht mehr Licht möglich.

Über Jahrzehnte hat die heiße Haushaltsglühlampe („Birne“) eine Information in den Köpfen eingebrannt: Mehr Licht braucht mehr Watt. Das war schon immer nicht ganz richtig, denn eigentlich sagt der Lichtstrom in Lumen viel mehr über das Licht als die elektrische Leistung. Beide – Lumen und Watt – sind aber per Vorschrift bei Autolampen begrenzt. Daran lässt sich also nichts drehen.

 

Wie machen die Ingenieure von Osram es also, dass eine Scheinwerferlampe hundert plus x Prozent mehr an Licht bringt? Sie optimieren die Luminanz. In der einfachen Version heißt das: Sie erzeugen möglichst viel Licht auf einer möglichst kleinen Stelle. Ideal wäre ein Punkt. Ein solches Licht kann der Scheinwerfer besonders effektiv an die wichtigen Stellen der Straße bringen. Die Aussage „x Prozent mehr Licht“ heißt in der Vollversion nämlich „soundsoviel Prozent mehr Licht an den wichtigen Stellen der Straße“. Die liegen übrigens nicht vor der Motorhaube, wohin viele Leute bei der Beurteilung von Autolicht leider oft schauen. Für eine gute, weite Sicht sind Stellen in zwischen 50 und 75 Meter Entfernung ausschlaggebend. Darauf sind Scheinwerfer optimiert und Hochleistungslampen wie die NIGHT BREAKER® LASER von Osram unterstützen das.

Leider ist es nicht so ganz einfach, die Luminanz zu erhöhen. Jedenfalls nicht, ohne dass die Lebensdauer der Glühwendel dramatisch sinkt. Es gibt ein paar Kniffe, mit denen Entwickler trefflich spielen können. Einer ist, die Windungen der Glühwendel mal enger, mal weiter voneinander entfernt anzuordnen. Variable Steigung nennen die Experten das. Auch mit der Zusammensetzung des Halogen-Füllgases im Glaskolben und seinem Druck kann man arbeiten. Beides ermöglicht es, die Glühwendel heißer werden und damit heller leuchten zu lassen. Ganz nebenbei verschiebt sich die Lichtfarbe dabei in Richtung Blau, was ja häufig gewünscht wird.

Wie viel Licht wirklich mehr auf der Straße ankommt, hängt von vielen Faktoren ab. Am besten funktioniert die Optimierung der Luminanz in Abblendscheinwerfern mit Reflektoren. Im Fernlicht oder in Projektionssystemen, also Linsenscheinwerfern, ist der Effekt weniger ausgeprägt. Auch spielt der Lampentyp eine Rolle. Die vergleichsweise moderne H7 hat bereits in der Standardausführung eine recht hohe Luminanz. Sie profitiert vom Finetuning etwas weniger als die H4, die in den vergangenen Jahren bei Osram stark an Performance gewonnen hat.

Wie in Technik und Physik üblich, führt jede Optimierung an einer Stelle zu einem Rückgang an anderer. Im Fall von Hochleistungslampen betrifft dies die Lebensdauer. Ein heißerer Draht in der Glühwendel brennt eben früher durch.

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  • Vor einem Jahr habe ich NightBreaker Unlimited
    mit HB3 Sockel trotz Abraten durch die Werk-statt (geringe Lebensdauer!) eingebaut. Durch die Fernlichtautomatik werden die Lampen rel.
    häufig geschaltet, sind aber immer noch OK und
    viel besser als die Serienlampen.

  • Hallo und guten Tag, meine Frage wäre, gibt es die
    HIR2 auch in der Version „Nightbreaker Laser“?
    Wenn ja, wo bekommt man diese?

    Vielen Dank.

    • Hallo Peter,
      für HIR2 haben wir unsere ORIGINAL und unsere COOL BLUE INTENSE im Sortiment. Die NIGHT BREAKER LASER gibt es leider nicht für HIR2.
      Viele Grüße, dein OSRAM Automotive Team