Die Grundform von Scheinwerfern an Autos blieb über Jahrzehnte ähnlich und erlebt erst jetzt durch den Einsatz von LEDs eine gestalterische Renaissance. Allerdings hat man sich an den Rücklichtern schon immer gern ausgetobt. Zwischen den 50ern und heute liegen viele Auf- und Abbewegungen in Größe, Form und Funktion. Der Osram Autolichtblog hat sich auf die Reise gemacht und zeigt euch alte, vergessene und neue Lampenformen. Denn auch „ein Rücken kann entzücken“. Das Heck eines Fahrzeugs mit seinen Rückleuchten ist mindestens so charakteristisch wie seine Front. Und wenn wir letztes Mal noch die kleinen Rücklichter eines Ford aus den 70ern vor Augen hatten, kommt heute das genaue Gegenteil: die 90er.

In den 90ern wurde das auf die Spitze getrieben, was sich in den 80ern schon erahnen ließ. Rücklichter wurden immer größer und dicker. Natürlich nicht bei allen Fahrzeugen, aber der Trend war schon gut sichtbar. Mit der Behauptung, großflächige Rückleuchten dienen der Sicherheit, zeichneten die Designer wahre Lichtblasen an die Hecks der Kraftwagen. Ob man das mag oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen, jedenfalls lässt sich am „Hintern“ dieser Autos durchaus die Dekade zuordnen, in der sie gebaut wurden. Erste Hersteller führten zudem nach und nach das (in den USA seit 1986 vorgeschriebene) dritte Bremslicht ein, bevor es bei Neuzulassungen in der EU ab 1998 Pflicht wurde. Auch das veränderte die Heckansichten nachhaltig, aber das ist eine andere Geschichte.

Am Beispiel eines Opel Omega B zeigen wir die Flächigkeit und die Dominanz der Rücklichter, die tatsächlich eine Menge Licht nach hinten abstrahlten und gleichzeitig als zeitgenössisches Designmerkmal gelten können. Neben dem normalen Licht und den Bremslichtern sind, wie ab der Mittelklasse üblich, auf beiden Seiten Nebelschlussleuchten und Rückfahrscheinwerfer symmetrisch integriert. Die seitlich „über Eck“ oben eingebauten Blinker markieren einen weiteren Trend, der in den 90ern perfektioniert wurde: Ich sage nicht auf den ersten Blick, welche Farbe ich habe, wenn ich leuchte! Färbung der Blinkerlampen statt der Gläser, das gestattete eine nüchterne, nicht mehr so „bunte“ Aufteilung der Rücklichter und straffte optisch auch die Fronten, in denen nun alle Lampen äußerlich weiß waren.

Die dicken, glupschigen Rückleuchten hatten den Vorteil, dass sich Lampen wegen des nahezu verschwenderischen Platzangebots leicht wechseln ließen und auch ein Laie nicht auf komplizierte oder verbaute Lichttechnik traf. Ob sich in den einzelnen Leuchtkammern auch mehr Tiere einnisteten, ist nicht überliefert. Je neuer die Fahrzeuge werden, desto mehr ist eine Rückläufigkeit des Trends zu großen Rücklichtern zu beobachten. Nach den 90ern wanderten die Lampen steil nach oben neben die Heckscheiben (dazu kommen wir noch), heute dominieren kleine und messerscharfe LED-Leuchten das Heck der meisten Autos. Die Lichtblase aus Plastik stirbt aus. Freuen wir uns also ab und an noch einmal an einem wackeren Vertreter aus der Zeit, als „viel Licht“ gleichgesetzt wurde mit „großes Licht“. Mit dem Omega B und dem Senator endete bei Opel die Produktion der klassischen Stufenhecklimousine, gleichzeitig wurde auch das klassische Antriebskonzept mit einem großen Motor vorn und dem Antrieb hinten zu Grabe getragen. Bis heute. Es ist ja noch gar nicht so lange her und mal sehen, wo wir in den nächsten 10 Jahren landen werden.

 

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