Kaum eine Entwicklung beim Autolicht hat in den vergangenen zwei Jahren so viel Interesse, Emotionen, aber auch Ängste erzeugt wie das Laserlicht. Weil wir im Autolichtblog den Fokus auf Technik legen, wollen wir die heute ganz nüchtern erklären.

Zunächst gilt es mit einem Irrtum aufzuräumen. Nein, kein Laserstrahl wird auf die Straße geleitet. Ein solcher ist zur Beleuchtung einer Fläche völlig ungeeignet. Ein echter Laserspot hat fast keine Ausdehnung und wäre vom Fahrerplatz aus gar nicht zu sehen. Insofern ist also die Angst davor – Stichwort: Krieg der Sterne – unbegründet. Beim Autolicht verlässt der Laserstrahl den Scheinwerfer nicht. Ein paar sinnreiche Sicherheitsvorkehrungen sorgen dafür, dass das auch bei einem Unfall gewährleistet ist.

Osram stellt Laserdioden her, die in Scheinwerfern Licht erzeugen können.

Was macht dann der Laser? Ganz einfach: Er regt einen Leuchtstoff zum Leuchten an. Solche Leuchtstoffe dürfen nicht mit dem Gas in Leuchtstoffröhren verwechselt werden. Eher schon sind sie mit jener Schicht verwandt, die in den Bildröhren von alten Fernsehern oder auf Radarschirmen ein Bild erzeugen. Weil solche Leuchtstoffe im Englischen Phosphor heißen, nennen Lichtexperten das Zeug auch so. Echter, elementarer Phosphor ist aber nicht im Spiel, auch, weil er giftig ist.

So wie beim Röhrenfernseher ein Elektronenstrahl die Vorderseite der Röhre zum Leuchten bringt, so erzeugt ein Laserstrahl in einem Leuchtstoff Licht. Weil der Strahl nur einen sehr geringen Durchmesser hat, ist dann auch die leuchtende Stelle extrem klein. Die Experten sprechen von einer hohen Leuchtdichte oder Luminanz. Von so etwas träumen sie seit langem. Je kleiner die leuchtende Fläche, desto genauer lässt sich das Licht nämlich an die richtigen Stellen verteilen und ausrichten. Nebenbei ist auch die gesamte Technik des Laserlichts sehr kompakt und kommt daher dem Wunsch nach platzsparenden Konstruktionen entgegen. Zusätzlich kann der eigentliche Laser an einer ganz anderen Stelle im Auto eingebaut sein. Ein flexibler Lichtleiter stellt dann die Verbindung zum Scheinwerfer her.

Der eigentliche Laser beruht auf Halbleitertechnik, ist also mit LEDs verwandt. In aktuellen Konstruktionen tun noch drei so genannte Laserdioden Dienst, deren Strahlen an einer Stelle im Leuchtstoff gebündelt auftreffen. Wenn stärkere Laserdioden zur Verfügung stehen, dürfte auch eine einzelne Diode genügend Licht für einen Scheinwerfer liefern.

Apropos: Die Vorteile des Laserlichts liegen nicht so sehr in der Menge Licht. Das, was die Vorschriften zulassen, ist auch mit Xenon oder gar Halogen erreichbar. Es sind die erwähnten kleinen Abmessungen und eben die hohe Leuchtdichte. Designer und Scheinwerferkonstrukteure bekommen mit dem Laserlicht neue Möglichkeiten. So sind leistungsstarke Fernscheinwerfer mit einem Durchmesser von nur 30 Millimeter denkbar.

Copyright: BMW AG

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