Ledersitze sind schön und große Räder gefallen vielen Autokäufern. Das Licht genießt leider meist nicht so viel Aufmerksamkeit. So manches Argument gegen die beste Lichttechnik ist einfach nur abstrus.

Gut, es gibt viele Menschen die beim Autokauf sparen müssen. Zum Schluss steht dann ein günstiger Kleinwagen asiatischer oder osteuropäischer Provenienz vor der Tür. Kein Schnickschnack, Basis. Daran gibt es nichts zu kritisieren. Anders, wenn das neue gute Stück mit vielen Dingen daherkommt, die mit „Sport“ beginnen oder das schöne Wort „Premium“ enthalten. Dann sollte man erwarten, dass das Auto auch für den gar nicht so seltenen Fall einer Nachtfahrt bestens gerüstet ist. Sprich: Die modernste Lichttechnik sollte an Bord sein.

Ist sie aber oft nicht. Das sehr leistungsfähige Xenonlicht blieb bei den Bestellungen stets hinter den Erwartungen der Industrie zurück. Bei LED hat sich der Trend etwas gewandelt, aber immer noch überspringt der Stift gern die entsprechenden Kästchen auf dem Bestellformular. Das liegt vielleicht auch daran, dass viele Händler sich mit Empfehlungen für gute Hauptscheinwerfer zurückhalten. Sehr im Gegensatz zu den Nebelscheinwerfern oder anderen Dingen, die nach ihrer Ansicht das Design aufwerten.

Aus Kostengründen auf bestes Licht verzichten? Lieber an einem Design-Gadget sparen, raten Experten für Verkehrssicherheit.

 

Ein Argument sind natürlich stets die Kosten. Das Gegenargument ist, dass die bessere Lichttechnik in derselben Größenordnung liegt wie eine Metallic-Lackierung oder die breiten Schlappen. Von der meist teureren Lederpolsterung mal ganz zu schweigen. Die macht zweifellos etwas her, allerdings nicht bei Nachtfahrten.

Hin und wieder ist sogar eine ganz seltsame Begründung für den Verzicht auf besseres Licht zu hören: Bei einem Auffahrunfall würden die teuren Scheinwerfer die Reparaturkosten ins Astronomische treiben. Nun ist es ein offenes Geheimnis, dass die Autohersteller an Ersatzteilen sehr gut verdienen. Aber das tun sie auch an anderen Dingen. Und verzichtet jemand beispielsweise auf das ebenfalls bei einem Unfall gefährdete schicke Sportpaket mit seinen Anbauteilen? Auch die Ausbesserung des Metallic-Lacks erzeugt gehörige Mehrkosten gegenüber der normalen Farbe.

Insgesamt wirkt die Entscheidung gegen eine gute Lichttechnik so, als würde der Käufer den Airbags entsagen, weil sie bei einem Crash bestimmungsgemäß kaputtgehen. Übrigens nutzen die Scheinwerfer bei jeder Fahrt im Dunkeln; ein Airbag nur einmal. Und letztlich schont die dank moderner Technik verbesserte Sicht sogar den Airbag: Autos mit besserer Lichttechnik sind nach einer Studie des TÜV Rheinland seltener in Unfälle verwickelt.

Das allein sollte der Haken in der Aufpreisliste wert sein.

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  • …So seltsam ist die von Ihnen aufgeführte „seltsame“ Begründung, das teure „bessere“ Licht wegzulassen garnicht. Bei der Reparatur eines Unfalls kann ich getrost, das vormals vorhandene Sportpaket weglassen, ebenso die vielleicht berschädigten Ledersitze (natürlich hier im Tausch gegen Stoffmodelle)…Aber ich kann nicht die vormals verbauten sehr teuren LED-Scheinwerfer weglassen, oder gar gegen einfache Modelle ersetzen.

    Und wenn die so tolle neue LED-Technik in einem Scheinwerfer, den Preis des Scheinwerfers so exorbitant in die Höhe treibt, stellt man sich eben genau diese Frage.

    Dann stehen sie guten altbewährten H7-Scheinwerfer sofort in einem anderen, „besseren Licht“ als die neue tolle LED-Technik…