Selbst die beste Autolampe brennt einmal durch. Manche tun das sehr schnell, andere lassen sich Jahre Zeit. Doch da ist kein Zufall im Spiel. Für beide Verhalten gibt es physikalische Gründe.

Es gibt sie, die fast ewig haltende Glühlampe. In einer Feuerwache im amerikanischen Kalifornien leuchtet eine seit 116 Jahren. Jetzt könnte jemand auf die Idee kommen, Lampenhersteller würden ihre Produkte mit Absicht so konstruieren, dass sie frühzeitig kaputtgehen. Abgesehen davon, dass keine Autolampe über hundert Jahre Dienst tun muss, ist die Wunderlampe von der US-Westküste ein schlechtes Beispiel. Sie produziert nämlich vor allem Wärme und nur sehr wenig Licht. Ihr Glühfaden aus Kohle. Diese sehr frühe und noch von Herrn Edison persönlich erfundene Technik ist zwar in der Tat für eine lange Lebensdauer bekannt. Doch die erreicht eine solche Lampe auch nur, wenn man sie wie ein rohes Ei behandelt. Selbst geringe Erschütterungen lassen den Kohlefaden brechen. Die Betreiber der erwähnten Lampe trauen sich noch nicht einmal mehr, sie kurzzeitig auszuschalten. Die dabei auftretenden mechanischen Spannungen würden dem Glühfaden den Todesstoß versetzen.

Für Fahrzeuge sind Kohlefadenlampen deshalb völlig ungeeignet. In Autolampen leuchtet eine Glühwendel aus Metall, genauer aus Wolfram. Das darf viel heißer werden als Kohle und liefert deshalb nicht nur weißeres Licht, sondern auch viel mehr davon pro Watt.

Leider verdampft beim Glühen ständig eine winzige Menge Wolfram. Bei den in Europa bald ausgestorbenen klassischen Haushaltsbirnen und auch normalen Autolampen schlägt sich das verdampfte Metall am Glaskolben als silbern bis schwarze glänzende Schicht nieder. Eines Tages ist an der heißesten Stelle der Glühlampe so viel verdampft, dass der Draht durchschmilzt. Die Lampe bleibt fortan dunkel

Irgendwann wird es selbst guten Lampen zu heiß und ihre Glühwendel schmilzt durch.

 

Bei den frühen Scheinwerferlampen war der Zeitpunkt schon nach 50 bis 100 Stunden erreicht. Eine drastische Verbesserung brachte die Halogentechnik. Die heißt so, weil die entsprechenden Lampen mit einem Gas gefüllt sind, das wir mal der Einfachheit halber Halogengas nennen. Es verhindert zunächst, dass verdampfendes Wolfram sich am Glaskolben niederschlägt. Noch besser ist der zweite Effekt der unter Druck stehenden Gasfüllung. Er sorgt dafür, dass die Wolfram-Partikel zur Glühwendel zurückkehren und wieder mit ihr verschmelzen. Kreislaufprozess nennen die Physiker das, was sich in der Praxis nun doch komplizierter als in dieser Beschreibung darstellt. Und leider landet das Wolfram nicht nur an jener Stelle, von der es zunächst seine Reise durch den Glaskolben angetreten hat, sondern auch in anderen Bereichen der Glühwendel. Irgendwann wird auch in Halogenlampen die heißeste Stelle der Wendel zu dünn und schmilzt durch.

Nichtsdestotrotz ist ihre Lebensdauer um ein vielfaches länger als die jener Lampen, deren Glühwendel in einem luftleeren Raum leuchten. Ein höchst angenehmer Nebeneffekt ist, dass der Metalldraht in der Gasfüllung wesentlich heißer werden darf, ohne sehr schnell durchzubrennen. Eine Halogenlampe liefert also wiederum mehr Licht und es ist auch wieder um einiges weißer.

Es ist umso weißer, je heißer. Und jetzt kommen wir zu dem Grund, warum auch qualitativ hochwertige Lampen wie die von Osram unterschiedlich lang halten. In Hochleistungslampen wie der Nightbreaker-Reihe wird die Glühwendel mit einer deutlich höheren Temperatur betrieben, als beispielsweisen bei einer Standard- oder gar Longlife-Lampe. Zusätzlich sind die Spitzen-Lichtquellen darauf getrimmt, dass nur ein möglichst begrenzter Teil der Wendel glüht. Je kleiner, desto besser kann der Scheinwerfer das Licht bündeln und an die richtigen Stellen der Straße bringen. Kleinere glühenden Teile bedeuten aber auch größere Hitze und entsprechende höhere Verdampfung, die ja nicht zu hundert Prozent vom Kreislaufprozess wieder ausgeglichen werden kann. Klar ist also: Mehr Licht heißt kürzere Lebensdauer. Das gleiche gilt für mehr Blau, bei dessen Erzeugung auch sehr hohe Temperaturen in der Lampe entstehen.

Soweit die unvermeidlichen physikalischen Gründe für durchbrennende Lampen. Gerade im Auto kommen noch die dortigen brutalen Verhältnisse dazu. Es sind vor allem Vibrationen. Oder auch der manchmal unbewusst ungestüme Umgang der Autobenutzer. So ist das Zuknallen einer Kofferraumhaube oder Hecktür für eine daran angebaute und eingeschaltete Beleuchtung ein Stresstest erster Güte. Die heißen Glühwendeln werden dabei einer sehr hohen Belastung ausgesetzt. So manche quittiert dabei den Dienst, vor allem in der Nummernschildbeleuchtung. Je schwächer eine Lampe, desto dünner muss – wieder ist die Physik im Spiel – der Draht der Wendel sein. Und damit natürlich empfindlicher.

 

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