Ein Ford Mustang oder eine Corvette ist der Traum so manchen Autofans, auch auf der europäischen Seite des Atlantiks. Natürlich am besten mit den Original US-Scheinwerfern. Doch das geht bei der Zulassung nicht. Für das Licht gelten unterschiedliche Regeln und dafür gibt es sogar gute Gründe.

Das Problem tritt immer dann auf, wenn jemand ein amerikanisches Auto direkt importiert oder von einem US-Soldaten in Europa kauft. In letzterem Fall sogar, wenn das Fahrzeug von einem europäischen Hersteller stammt. Etliche der bedeutenderen Unterschiede in der Ausrüstung betreffen die Beleuchtung. Und eine Zulassung mit US-Licht ist nicht möglich.

Auf den ersten Blick fällt das Fehlen der Seitenblinker („Flasher Repeaters“) auf. Oder, dass Autos in Amerika stets Seitenmarkierungsleuchten („Sidemarker“) haben und diese am Heck immer rot leuchten. Weniger deutlich zeigt sich die andersartige Ausrüstung zunächst an den Scheinwerfern. Doch bei den inneren Werten sind sie bedeutend. So haben US-Scheinwerfer keine Leuchtweitenregelung. Erst bei Nachfahrten und genauem Hinsehen fällt dann auch die veränderte Lichtverteilung auf. Das Abblendlicht lassen die nordamerikanischen Vorschriften deutlich stärker blenden als in Europa. Dagegen darf das Fernlicht längst nicht so stark sein wie in der Alten Welt.

Das sind schon einmal die Hauptgründe, warum in aller Regel vor der Zulassung ein Austausch der Scheinwerfer fällig wird. Die wirklich seltenen Ausnahmen betreffen Autos, für die es wirklich keine Teile nach den in Europa und vielen anderen Ländern verbindlichen ECE-Vorschriften gibt. Dann braucht es beispielsweise in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung.

Ein weiterer Unterschied betrifft Farben. Nach den in den USA geltenden Regeln des DOT (Department of Transports – Verkehrsministerium) dürfen die Blinkleuchten am Heck auch rot leuchten. In Europa ist dies ebenso unzulässig wie die nach vorn abstrahlenden gelben Positionslichter. Beides soll der Verwechslung vorbeugen.

Wer sich ein für den Export nach den USA vorgesehenes europäisches Auto kauft oder es re-importiert, bekommt womöglich auch manche modernen Zusatzfunktionen der Scheinwerfer nicht. So ist blendfreies Fernlicht in den USA (noch) nicht zugelassen. Anders ist es übrigens schon in Kanada. Das zweitgrößte Land der Erde ist pragmatisch und akzeptiert beim Autolicht sowohl DOT-Regeln, als auch die der ECE. Ein zuvor dort zugelassenes Auto kann, aber muss nicht, nach europäischen Regeln ausgestattet sein.

Glücklicherweise müssen zumeist nicht alle Scheinwerfer und Leuchten ausgetauscht werden. Beispielsweise haben Nebelscheinwerfer, Nummernschild- und Rückleuchten oftmals eine Doppelzulassung. Das ist immer dann so, wenn auf dem Teil eine DOT-Nummer zusammen mit einem E-Zeichen vorhanden ist. Hier kann aber der Teufel im Detail stecken, und zwar in der Glühlampe. Für Europa muss sie ebenfalls ein E-Zeichen tragen. Wenn nicht, ist der Austausch einer amerikanischen Lampe gegen eine von Osram ist wohl das kleinste Problem.

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