Scheinwerfer können so gut sein, wie sie wollen – ohne die korrekte Einstellung bringen auch die die modernsten Systeme nicht viel. Und eine gute Einstellung ist nicht im Handumdrehen gemacht. Deshalb sollte niemand über die steigenden Kosten einer guten Arbeit in der Werkstatt meckern.

Geschickte Menschen können am Auto etliches selbst machen. Klar muss jeder Schrauber wissen, was er tut. Ein paar Werkzeuge und Geräte braucht es auch. Aber hier geht es beim Thema Scheinwerfereinstellung schon los. Ohne ein Scheinwerfereinstellgerät läuft gar nichts. Hat das Auto etwa noch adaptive Lichtverteilungen oder blendfreies Fernlicht, sind noch weitere Geräte wie ein Werkstatttester notwendig. Es geht also nicht ohne die Werkstatt.

Nun erwarten manche Autofahrer tatsächlich, dass die Profis die Scheinwerfer „mal schnell“ und gern auch kostenlos einstellen. Unter diesen Bedingungen ist aber eine seriöse Arbeit kaum möglich. Es ist nicht damit getan, das Scheinwerfereinstellgerät irgendwie vor den Scheinwerfer zu stellen und an ein, maximal zwei Schrauben zu drehen. Auch irgendwie.

Wer die Ausrichtung des Lichts ernst nimmt, bereitet zunächst das Auto vor. Der Luftdruck in den Reifen muss stimmen, weil das Fahrzeug bei Abweichungen schon leicht geneigt stehen kann. Aus dem gleichen Grund schaut ein sorgfältiger Monteur in den Kofferraum. Lasten senken das Heck ab und das beeinfluss die Leuchtweite. Mehr als die Hälfte soll der Tank deshalb auch gefüllt sein. Besonders bei kleineren Autos soll auch jemand auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Schwerere Wagen werden durch das Gewicht des Fahrers zumeist nicht aus der Waagrechten gebracht.

Apropos waagerecht: Natürlich muss die Standfläche von Auto und Einstellgerät absolut eben und in keiner Richtung geneigt sein. Wer hat so etwas schon zuhause? Die Ansprüche an einen solchen Einstellplatz sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Die so genannte Scheinwerfereinstellungs-Richtlinie aus dem Bundesverkehrsministerium zwingt aktuell viele Werkstätten zu Umbauten und Investitionen. Denn die wirklich ebene und gerade Standfläche haben manche aktuell noch nicht. Es ist auch nicht mehr jedes Jahrzehnte alte Gerät zulässig. Die besseren und genaueren kosten schon mal 5000 Euro. Das Geld muss verdient werden und deshalb wird die Scheinwerfereinstellung auch nicht billiger werden.

Das gilt vor allem, wenn das Auto ein Scheinwerfersystem mit zusätzlichen Funktionen hat. Dazu zählen schon adaptive Lichtverteilungen für Stadt, Landstraße und Autobahn oder dynamisches Kurvenlicht. Ganz aufwendig wird die Sache beim blendfreien Fernlicht oder gar Matrix- oder Pixellicht. Für die ist der Aufwand besonders groß. Die Scheinwerfer müssen nämlich zunächst mit dem Werkstatttester in eine Grundeinstellung gebracht werden. Das kostet nicht nur Zeit, sondern eben auch Investitionen in die Ausrüstung.

Nicht nur moderne Autos erzeugen aber Aufwand. Bei vielen älteren gegen die Einstellschrauben schwer oder sie sind sogar festgerostet. Klar verlängert sich die Arbeitszeit, wenn die Gewinde oder auch die Motoren der Leuchtweitenregelung erst gängig gemacht werden müssen.

Eine ordentliche Scheinwerfereinstellung ist also ihr Geld wert. Und sie lässt sich nicht per Do-it-yourself erledigen. Das ist wie bei den Reifen. Die kann auch niemand in der eigenen Garage auswuchten.

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