Scheinwerfer und Lampen geben je nach Typ und Konstruktion mehr oder weniger Licht ab. Das Vertrackte dabei: Man sieht den Unterschied zumeist nicht auf den schnellen ersten Blick. Hier sind sechs Tipps zur Beurteilung des Autolichts nach dem Wechsel von Scheinwerferlampen.

Tipp 1. Nicht in fünf Meter oder so Abstand vor das Auto stellen, in die Scheinwerfer schauen und daraus einen Eindruck von der Qualität des Lichts erwarten! Das ist in etwa so, als ließe Gasgeben im Leerlauf auf die Höchstgeschwindigkeit schließen. Der einzig richtige Eindruck entsteht hinter dem Lenkrad.

Tipp 2. Darum in die Ferne schweifen: Ob die Fläche fünf oder zehn Metern vor dem Auto toll beleuchtet ist, ist nicht so wichtig. Taucht dort während der Fahrt ein Hindernis auf, ist es für ein Bremsmanöver ohnehin zu spät. Es ist also nicht entscheidend, ob es dort schön hell ist. Die Regionen jenseits der 50 Meter auf der rechten Straßenseite sind die wichtigen. Dorthin schauen, beispielsweise auf Leitpfosten! Upgrade-Lampen wie die Night Breaker Familie von Osram konzentrieren ihr Licht deshalb möglichst dort. Sie reduzieren es in der Praxis sogar direkt vor dem Auto, denn es steht nur eine begrenzte Menge davon zur Verfügung.

Tipp 3. Ist da mehr? Das Licht muss schon um mindestens 30 Prozent besser oder schlechter sein, damit der Unterschied überhaupt auffällt. Der Wechsel von einer hochwertigen Markenlampe auf eine Upgrade-Version hat weniger auffällige Ergebnisse als der Austausch einer Standardlampe, die womöglich auch schon viele hundert Betriebsstunden auf dem Sockel.

Gutes Autolicht zeigt sich an der Reichweite und nicht an hellen Stellen vor dem Fahrzeug.

 

Tipp 4. Die richtige Einstellung zum guten Licht: Optimale Ergebnisse nach dem Austausch von Lampen gibt es nur mit genau eingestellten Scheinwerfern. Wie schon erwähnt, liegen die wichtigen Stellen weit vor dem Auto. Dort zählen Bruchteile eines Grads beim Einstellwinkel. Vor allem Toleranzen in den Lampen können sich bemerkbar machen. Bei Markenlampen sind sie zwar gering. War vorher aber eine No-Name-Funzel eingebaut, ist die Einstellung in der Werkstatt sehr zu empfehlen. Besonders wichtig ist die präzise Justierung übrigens bei Xenon-Upgrades von Osram. In der Produktion dieser Lampen wird nämlich für eine optimale Reichweite auf extrem genaue Einhaltung der Toleranzen geachtet. Das bringt nur etwas, wenn auch der Scheinwerfer ganz exakt eingestellt ist.

Tipp 5. Der schöne Schein zählt nicht. Das Auge lässt sich leicht von der Lichtfarbe narren. Kälteres Licht wirkt heller, auch wenn es das gar nicht ist. Bläulich leuchtende Scheinwerfer mögen aus Gründen des Stylings erwünscht sein. Für das optimale Sehen ist weißes Licht die erste Wahl.

Tipp 6. Unter der Lupe. Um mehr Licht aus einer Lampe zu holen, können die Ingenieure von Osram nicht einfach die Leistung in Watt erhöhen. Ohnehin ist die nicht das wichtigste Kriterium. Aber selbst der aussagekräftigere Lichtstrom ist per Vorschrift begrenzt. Möglich sind Verbesserungen bei der Leuchtdichte, auch Luminanz genannt. In Linsenscheinwerfern funktioniert der Trick mit der höheren Leuchtdichte aber nicht. Bei diesen – wie die Profis sagen, Projektionssystemen – zählt hinter der Linse nur der Lichtstrom. Deshalb ist der Zuwachs an Licht bei diesem Scheinwerfertyp nicht so groß und augenfällig wie beim Scheinwerfer mit sichtbarem Reflektor. Lampen wie Night Breaker Laser und Silverstar 2.0 von Osram bringen zwar auch in Linsenscheinwerfern etwas mehr, aber nur weil Osram bei ihnen mit dem Lichtstrom nahe an die Grenze des Zulässigen geht.

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