Neue Autolampen bringen ihre volle Leistung und andere Eigenschaften nicht gleich nach dem Auspacken. Erst nach Ende der Einbrennzeit erreichen sie den vollen Lichtstrom und die auf der Verpackung angegebene Farbtemperatur. Geduld ist also angesagt.

Motoren sollten eingefahren werden, damit sie die volle Leistung bringen und lang halten. Profis tun es auch bei Reifen und Bremsbelägen. So weit, so klar, für die meisten. Mitunter hört man auch von ganz ausgefuchsten Schraubern, die ihre Zündkerzen einfahren. Aber Autolampen? Wozu soll das denn gut sein?

Zum Beispiel für gutes Licht. In Gegensatz zur Situation beim Motor lässt sich eine Lampe nicht mit geringer Belastung, ständig wechselnden Drehzahlen und den Verzicht auf Höchstleistung einfahren. Sie leidet später auch nicht unter Fehlern während der Einbrennzeit, wie der Prozess bei der Lampe heißt. Überhaupt kann ein Autobesitzer beim Einbrennen keine Fehler machen.

Außer, sie oder er fällt sein Urteil über eine neue Lampe zu früh. Die zumindest für den größten Teil der Lebensdauer angegebenen Werte werden erst nach einiger Zeit erreicht. Besonders lang und sogar sichtbar ist dies bei Xenonlampen. Erst nach acht bis zehn Stunden stellt sich die angegebene Farbtemperatur ein. Sie steigt im Lauf der Einbrennzeit an, sprich: Das Licht wird weißer und je nach Lampentyp sogar bläulicher. Bei den älteren Xenon-Typen D1 und D2 sind diese Effekte aus technischen Gründen stärker ausgeprägt als bei den neueren D3, D4, D5 und D8.

Nach Ende der Einbrennzeit bleibt die Farbe des Xenonlichts erst einmal für lange Zeit gleich. Nur jenseits der Hälfte der Lebensdauer von ja immerhin rund 3000 Stunden bewegt sich wieder etwas. Das kennen übrigens alle von Leuchtstoffröhren, die ja mit der Xenontechnik verwandt sind. Beide neigen gegen Ende der Lebensdauer zuerst zu Blau und später dann in Richtung Rosa. Ist diese Farbe erst einmal im Scheinwerfer zu sehen, ist auch schon eine Menge Licht verloren gegangen und der vorsorgliche Austausch ist nicht nur wegen der unschönen Lichtfarbe eine gute Idee. Xenonlampen brennen ja nicht wie Glühlampen durch. Sie siechen und sterben langsam.

Doch auch Glühlampen haben eine Einbrennzeit. Sie ist allerdings kürzer als bei Xenon. Dabei steigen Lichtstrom und die wichtige Leuchtdichte (Luminanz) noch etwas an. Nach den Zulassungsvorschriften darf eine Lampe deshalb erst nach einer Stunde Brennzeit gemessen werden. Zweifadenlampen wie die H4 oder H15 müssen dabei sogar mit jeder Wendel getrennt eingebrannt werden.

Geduld lohnt sich also – nicht nur beim Motor.

Kommentieren Sie diesen Artikel

*Pflichtfelder

  • Hallo. Seit Juni hab ich die Osram Xenarc Scheinwerfer für VW Golf 6 verbaut. Nie canbus Probleme gehabt bis für eine Woche. Da geht ständig die kontroll- leuchte an Bitte leuchte prüfen. Alle leuchten sind aber in Ordnung. Denke dass liegt am Wetter. Da es kalter wird. Mir wurde aber versprochen dass es keine Störung geben wurde. Gibt es vielleicht noch mehrere Beschwerden.